Ein Graffiti zeigt die beiden Parteichefs der Fünf Sterne, Luigi Di Maio (li.), und der Lega, Matteo Salvini, im Kuss vereint. | Bildquelle: dpa

Lega und Fünf Sterne einig Doch eine Regierung für Italien?

Stand: 31.05.2018 20:00 Uhr

In Italien haben sich die Fünf-Sterne-Bewegung und Lega erneut auf eine Regierungsmannschaft geeinigt. Der EU-Kritiker Savona soll nun für europäische Angelegenheiten zuständig sein.

Die populistischen Parteien Fünf-Sterne-Bewegung und Lega haben sich doch noch zu einer Regierungsbildung in Italien durchgerungen. Sie einigten sich auf eine Regierungsmannschaft, die, wie ursprünglich geplant, der Jurist Giuseppe Conte anführen soll. Das gaben der Spitzenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi di Maio, und der Chef der Lega, Matteo Salvini, bekannt.

Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio wird von Journalisten interviewt | Bildquelle: AP
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Fünf-Sterne-Chef di Maio will im zweiten Anlauf eine Koalition ...

Lega-Chef Salvini am Flughafen | Bildquelle: AP
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... mit der rechten Lega von Parteichef Salvini bilden.

Der vom italienischen Präsidenten Sergio Mattarella zum designierten Ministerpräsidenten ernannte Carlo Cottarelli machte indes den Weg für eine Regierung der Populisten frei: Er verzichtete bei einem Treffen mit Mattarella auf die Position. Wenn Mattarella nun eine neue Ministerliste akzeptiert, wären keine Neuwahlen in Italien nötig. Für den Abend bat er Conte in den Quirinalspalast.

Savona wieder in Regierungsmannschaft

Salvini und Di Maios erster Versuch, die erste populistische Regierung Westeuropas zu gründen, war am Sonntag gescheitert, als Mattarella ihre Wahl des des EU- und Deutschlandkritikers Paolo Savona als Wirtschaftsminister nicht akzeptierte. In der neuen Regierungsmannschaft soll nach Medienberichten auch Savona wieder eine Rolle spielen und für europäische Angelegenheiten zuständig sein.

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Als Finanzminister wird nun der Wirtschaftsprofessor Giovanni Tria gehandelt, der den Mitte-Rechts-Parteien nahesteht. Der 69-Jährige gehört der Denkfabrik Teneo zufolge keiner Partei an und gilt nicht als Befürworter eines Euro-Austritts.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Mai 2018 um 20:00 Uhr.

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