Ein Ausschnitt aus dem Video der US-Navy | Bildquelle: AFP

US-Video Sind die Aufnahmen authentisch?

Stand: 14.06.2019 13:18 Uhr

Die USA haben ein Video veröffentlicht, das beweisen soll: Der Iran steckt hinter dem Angriff auf den Tanker "Kokuka Courageous". Einige Indizien sprechen für die Authentizität der Bilder, doch vieles bleibt unklar.

Von Patrick Gensing, ARD-faktenfinder

Das US-Militär hat ein Video veröffentlicht, das die iranischen Revolutionsgarden belasten soll. Das US-Zentralkommando Centcom erklärte, die Aufnahmen zeigten, wie ein Boot der Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufahre. Die Menschen an Bord des iranischen Schnellbootes vom Typ "Gaschti" seien dabei "beobachtet und aufgenommen" worden, wie sie am Donnerstagnachmittag - also nach den Vorfällen - eine nicht explodierte Haftmine wieder vom Schiffskörper entfernt hätten.

Was spricht für die Authentizität?

Wie die Aufnahmen zustande gekommen sind, ist unklar. Möglicherweise wurde das Material von einer Drohne gefilmt. Die Qualität der Bilder ist allerdings nicht sehr hoch, sodass nicht viele Rückschlüsse möglich sind. Durch einen Abgleich von Video und Fotos des beschädigten Tankers lässt sich aber feststellen, dass auf den Aufnahmen wohl das Schiff zu sehen ist. Sowohl die Zeichen auf der Außenwand als auch die Aufbauten auf dem Schiff sprechen dafür.

Auch das Schnellboot könnte tatsächlich von den iranischen Revolutionsgarden stammen, zumindest verfügt die iranische Marine über Boote, die dem auf dem Video stark ähneln. Sie waren 2016 in Bandar Abbas der Öffentlichkeit präsentiert worden, der Hafen liegt direkt an der Straße von Hormus.

Die Position des Tankers lässt sich über die Seite "Marine Traffic" nachvollziehen. Zudem lieferte die Seite eine Rekonstruktion des Tankers kurz vor dem Angriff.

Was bleibt unklar?

Die Aufnahmen lassen keine Rückschlüsse zu, wann das Video aufgenommen wurde. Auch der Ort ist nicht zu verifizieren. Genausowenig lassen sich die Personen auf dem Schnellboot als Angehörige der iranischen Revolutionsgarden identifizieren.

Erinnerung an Irakkrieg

Viele Nutzer in sozialen Medien weisen zudem darauf hin, dass die USA den Krieg im Irak mit gefälschten Bildern legitimieren wollten. Später mussten die USA einräumen, dass vermeintliche Beweise falsch waren.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juni 2019 um 14:00 Uhr.

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