Kommentar

Besuch in London Trump hat bekommen, was er wollte

Stand: 04.06.2019 22:56 Uhr

In London wiegt US-Präsident Trump die Briten bewusst in der Illusion ihrer eigenen Großartigkeit. Er weiß: Je weiter das Land sich von der EU entfernt, desto abhängiger wird es von den USA.

Ein Kommentar von Annette Dittert, ARD-Studio London

US-Präsident Donald Trump hat bekommen was er wollte. Noch im Landeanflug beleidigte er den muslimischen Bürgermeister Londons, Sadiq Khan, als Totalversager. Eine kalkulierte Provokation an seine Wähler zu Hause, die dort gut angekommen sein dürfte.

Das war der Appetizer. Als Hauptspeise gab es dann einen langen Tag mit der Queen, mit Pomp und Prunk, ein Trumpf für die Heimatfront. Und zum Dessert dann heute das ganze Land. Denn seine schamlose Einmischung in die aufgeheizte Brexit-Debatte zugunsten eines chaotischen EU-Ausstiegs könnte die Briten jetzt noch einen Schritt näher an den Abgrund treiben.

Annette Dittert, NDR, kommentiert Trumps Staatsbesuch in Großbritannien
tagesthemen 22:15 Uhr, 04.06.2019

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Trump, der weiße Ritter

Weit beunruhigender als Trumps rücksichtlose Egozentrik sind nämlich die hiesigen Politiker, die sich jetzt in ihrem Irrglauben bestärkt sehen, die EU in einem heroischen Akt nationalen Patriotismus verlassen zu müssen. Egal wie und koste es, was es wolle.

Denn da ist ja jetzt Trump und sein Deal, der weiße Ritter, der den Briten nach dem Sprung von der Klippe im freien Fall das Sicherheitsnetz hinhält. Aber wo Trump die Briten heute einmal mehr in der Illusion der eigenen Großartigkeit bestärkte, meint er das Gegenteil.

Denn Trump weiß, was er tut. Je weiter sich Großbritannien von Brüssel entfernt, desto mehr verliert die EU an Bedeutung - und desto schwächer wird Großbritannien. Ein No-Deal-Brexit würde regierungseigenen Studien zufolge die britische Wirtschaft über die nächsten 15 Jahre um neun Prozent schrumpfen lassen.

Tories blind für die Abhängigkeit

Es ist schlimm genug, dass das Gros der Tories, die sich jetzt um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May bewerben, das mittlerweile für ein Detail halten, das man der eigenen Größe opfern muss.

Noch schlimmer ist, dass sie nicht sehen, wie abhängig ein derart geschwächtes Land nicht nur symbolisch, sondern de facto von den Trumps dieser Welt wird.

Die dreiste Beleidigung des Londoner Bürgermeisters könnte da am Ende nur ein leichter Vorgeschmack gewesen sein.

Redaktioneller Hinweis

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 04. Juni 2019 um 22:15 Uhr.

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