Die italienische Schauspielerin Asia Argento | Bildquelle: AFP

#MeToo Anklägerin selbst beschuldigt

Stand: 20.08.2018 11:41 Uhr

Die Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Argento hat offenbar einem von ihr sexuell bedrängten Mann Schweigegeld bezahlt. Das Opfer war demnach zum Zeitpunkt des Übergriffs minderjährig.

Eine der lautstärksten Stimmen gegen den gefallenen Filmmogul Harvey Weinstein, die italienische Schauspielerin Asia Argento, hat offenbar mit einem eigenen Fall von sexuellem Fehlverhalten zu tun. Der "New York Times" zufolge erzielte sie vor Gericht eine Einigung mit einem jungen Schauspieler und vermied so eine Klage. Demnach erhielt der Schauspieler und Rockmusiker Jimmy Bennett 380.000 Dollar. Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Unterlagen, deren Herkunft sie nicht benennt.

Bennett zufolge erfolgte der sexuelle Übergriff 2013 in einem Hotel in Kalifornien. Argento war damals 37 Jahre alt, Bennett war zwei Monate zuvor 17 geworden. Das gesetzliche Mindestalter für einvernehmlichen Sex liegt in Kalifornien bei 18 Jahren. Die Zeitung versuchte nach eigenen Angaben wiederholt vergeblich, eine Stellungnahme von Argento oder ihren Vertretern zu bekommen.

Jury-Mitglieder | Bildquelle: dpa
galerie

Bei den Filmfestspielen in Cannes war Asia Argento 2009 auch als Jurorin tätig. Hier mit Isabelle Huppert, Robin Wright Penn und James Gray (von links nach rechts).

Echtheit der Unterlagen bestätigt

Den von der Zeitung eingesehenen Dokumenten zufolge kam der Deal zwischen Argento und Bennett im April zustande. Drei mit dem Fall vertraute Persönlichkeiten bestätigten der "New York Times" die Echtheit der Unterlagen. Argentos Anwältin Carrie Goldberg sagte, mit dem Geld habe Bennett "geholfen" werden sollen. Für Bennetts Anwälte war der Vorfall in dem Hotel eine "sexuelle Nötigung", durch das der einstige Kinderdarsteller traumatisiert wurde - mit Folgen für seine geistige Gesundheit und sein Einkommen.

Argento war eine der ersten Frauen gewesen, die den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der Vergewaltigung beschuldigten. Sie berichtete öffentlich, dass Weinstein sie 1997 während des Filmfestivals von Cannes in seinem Hotelzimmer missbraucht hatte, als sie 21 Jahre alt war. Der Hashtag #MeToo wurde später unter ihrer Mitwirkung zum Sammelruf für den Kampf gegen sexuelle Gewalt. Beim diesjährigen Festival von Cannes hielt Argento eine emotionale Ansprache, in der sie ankündigte, dass Weinstein "niemals mehr in Cannes willkommen sein" werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 20. August 2018 um 14:30 Uhr in den Kulturnachrichten.

Darstellung: