Ein Mann geht an dem Gemälde "Ludwig van Beethoven mit dem Manuskript der Missa solemnis" vorbei. | Bildquelle: dpa

Festakt zum Jubiläumsjahr Beethoven für alle

Stand: 16.12.2019 21:24 Uhr

Ein bahnbrechender Komponist, ein freiheitlicher Geist - und ein Charakter, um den sich viele Mythen ranken: 2020 würde Ludwig van Beethoven 250 Jahre alt. Mit einem Festakt startete heute in Bonn das Jubiläumsjahr.

Von Anja Bröker, WDR

Beethoven im Hochbunker, auf der Krankenhausstation oder im Wohnzimmer der Studenten-WG: Die Musik des Komponisten soll für jeden greifbar werden. Und so fanden in ganz Deutschland mehr als 800 Hauskonzerte schon zum Auftakt des Jubiläumsjahres statt. "Leute öffnen für wildfremde Menschen ihre Türen. Ich hoffe, dass sich dieses gemeinsame 'Wir sind Beethoven'-Gefühl in das gesamte Jahr trägt und es prägt", sagt der Kurator von "Beethoven bei uns", der international renommierte Pianist Andreas Kern.

Zum offiziellen Eröffnungsfestakt des Jubiläumsjahres lud Kulturstaatsministerin Monika Grütters für heute Abend in die Bonner Oper. Ludwig van Beethoven "war schon zu Lebzeiten eine Legende: ein Künstler, der mit seiner Radikalität, gegen Takt und Konvention komponierend Grenzen sprengte und der damit ein breites Publikum begeisterte", erklärte Grütters vorab.

Eröffnungsfeier des Beethoven-Jahres zum 250. Geburtstag des Komponisten
tagesschau 20:00 Uhr, 16.12.2019, Ingrid Bertram, WDR

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Neun Sinfonien an einem Tag

Die Geburtsstadt des weltberühmten Komponisten wird eine kulturelle Saison der Superlative erleben. Noch diese Woche spielt das Bonner Beethoven-Orchester einen Marathon: alle neun Sinfonien des Meisters an nur einem Tag. Was macht Beethoven heute mit den Musikern? "Beethoven ist natürlich für jeden Musiker erstmal ein Titan, an dem man sich reibt und an dem man sich auch misst. Aber es bringt nichts, in Demut niederzuknien. Wir müssen ihn auch anfassen", sagt Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor Bonn und Dirigent des Beethoven-Orchesters.

Eine neu eröffnete Ausstellung in der Bundeskunsthalle taucht in Beethovens Leben ein, das in Bonn vor fast 250 Jahren begann. Der liberale Geist der Stadt beeinflusste den jungen Musiker. In einem neu entdeckten Brief fragt der damals 24-Jährige: "Wann wird auch der Zeitpunkt kommen, wo es nur Menschen gibt?"

Beethoven und Robbie Williams

"Das ist die Idee, die er in der Bonner Zeit in den Intellektuellen-Zirkeln des Tiergartens verinnerlicht hat: Es könnten doch alle gleich sein", sagt Julia Ronge vom Bonner Beethovenhaus, die Kuratorin der großen Ausstellung. Sie will aufräumen mit Mythen, die sich um den Komponisten ranken. Lange galt das Klischee des ewigen Kämpfers gegen die Widrigkeiten des Lebens, der gegen seine Taubheit rebellierte. "Das Bild, das wir von Beethoven haben, ist sehr stark mythisch überhöht", sagt sie. "Beethoven war durchaus ein Mensch, der sehr viel gelacht hat, der gute Zeiten mit guten Freunden verbracht hat - und auch, als er taub war, noch ziemlich viel Spaß hatte."

Mit mehr als 1000 Veranstaltungen wird der Komponist bundesweit ein Jahr lang gefeiert. Nur ein Highlight: Auch Popstar Robbie Williams wird im Mai ein Konzert geben. Beethoven und Robbie? Passt das zusammen? Für Malte Boecker, den künstlerischen Leiter des Beethoven-Jahres, ist Beethoven aktueller denn je: "Ich glaube, für junge Menschen und die heutige Generation ist interessant, wenn jemand für Werte wie Freiheit und Brüderlichkeit aller Menschen eintritt. Und auch für ein besseres Verhältnis von Mensch und Natur."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 16. Dezember 2019 um 16:37 Uhr.

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