Schauspieler Rami Malek jubelt über seinen Oscar | Bildquelle: AFP

Academy Awards 2019 Vier Oscars für "Bohemian Rhapsody"

Stand: 25.02.2019 07:48 Uhr

Mit vier Oscars ist der Musikfilm "Bohemian Rhapsody" einer der großen Gewinner der Gala in Los Angeles. Als bester Film wurde aber "Green Book" geehrt. Die Neuerungen der Show zahlten sich nur teilweise aus.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Es war die erste Oscar-Verleihung seit 30 Jahren ganz ohne Moderator. Dafür begann die Show gleich mit der britischen Band Queen und dem Song "We are the Champions". Zufall oder nicht: Am Ende des Abends gewann das biografische Musikdrama "Bohemian Rhapsody" über Freddy Mercury und die Band Queen die meisten Auszeichnungen - nämlich vier.

Einen Vorteil hatte die moderatorenlose Zeremonie: Die erste Trophäe war schon nach gut acht Minuten vergeben. Laudatorin Maya Rudolph hatte die Zuschauer vorgewarnt. "Falls sie es noch nicht wissen: Heute gibt's keinen Moderator", sagte sie. "Wir haben auch keine Kategorie für den beliebtesten Film. Und Mexiko bezahlt nicht für die Grenzmauer."

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Die Verleihung der Oscars 2019

Oscar-Verleihung 2019: Cast und Crew von Green Book

In 24 Kategorien sind Oscars verliehen worden. Als bester Film ausgezeichnet wurde "Green Book - eine besondere Freundschaft" von Regisseur Peter Farrelly. Hier freuen sich Crew und Cast über den Preis. | Bildquelle: AFP

Motto "OscarNotSoWhite"

Der erste Oscar des Abends ging gleich an die afro-amerikanische Schauspielerin Regina King als beste Nebendarstellerin in dem Filmdrama "If Beale Street Could Talk". Und auch das war eine Art Vorzeichen: Denn die diesjährigen Oscars waren bunt. Das Motto in diesem Jahr lautete: "OscarNotSoWhite" - Filme wie "Black Panther", "Roma" oder "Green Book" gehörten zu den Gewinnern.

Der aus Spanien stammende Starkoch Jose Andres, der den Film "Roma" vorstellte, brachte es auf den Punkt. "Filme wie 'Roma' erinnern uns an die unsichtbaren Menschen. Wir schulden Migranten und Frauen Dank, weil sie Menschlichkeit in unsere Welt bringen", sagte er.

Jose Andres | Bildquelle: AP
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"Filme wie 'Roma' erinnern uns an die unsichtbaren Menschen", sagte Jose Andres.

Spike Lee bei der Oscar-Verleihung | Bildquelle: AFP
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Regisseur Spike Lee nutzte seine Dankesrede für eine politische Botschaft.

Lee: "Wahl zwischen Liebe und Hass"

Freude und Erleichterung konnte man dem afro-amerikanischen Regisseur Spike Lee anmerken, der endlich und verdienterweise seinen ersten Oscar für das beste adaptierte Drehbuch seines Satirefilms "BlacKkKlansman" entgegennehmen konnte. Als er die Bühne betrat, trug er an jeder Hand einen Ring - auf dem einen stand "Liebe" auf dem anderen "Hass".

"Vor der ganzen Welt erweise ich unseren Vorfahren, die dieses Land aufgebaut haben, meine Ehre", sagte Lee. "Die Präsidentschaftswahlen von 2020 sind nicht mehr weit weg. Lasst uns aktiv werden und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Das ist eine moralische Wahl zwischen Liebe und Hass. Lasst uns das Richtige tun."

Fast schon eine Ausnahme an diesem Abend waren Filme, die keine politische Botschaft hatten. Einer davon war "A Star is Born" - ein Musikfilm mit Bradley Cooper und Lady Gaga. Er gewann einen Academy Award für den besten Song. Sichtlich bewegt nahm Lady Gaga die Auszeichnung entgegen und meinte, nur Regisseur und Hauptdarsteller Bradely Cooper und sie hätten den Song machen können.

Lady Gaga und Bradley Cooper führten "Shallow" im Rahmen der Preisverleihung auf | Bildquelle: REUTERS
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Lady Gaga und Bradley Cooper führten "Shallow" im Rahmen der Preisverleihung auf - und durften später den Oscar feiern.

"Green Book" überraschend als bester Film geehrt

Große Gewinner des Abends waren vier Filme. Einmal "Bohemian Rhapsody", wenn man nach der Zahl der Oscars geht: nämlich vier. Der große Favorit "Roma", nominiert in zehn Kategorien, bekam drei Oscars für die beste Kamera, als bester ausländischer Film und für die beste Regie. Das Fantasy-Drama "Black Panther" erhielt ebenfalls drei Oscars. Es ist fast ausschließlich mit afro-amerikanischen Darstellern besetzt.

"Green Book - eine besondere Freundschaft" wurde mit drei Goldstatuen ausgezeichnet, unter anderem, sehr überraschend, in der wichtigsten Kategorie als "Bester Film". "Der Film handelt davon, wie 'Liebe' die Unterschiede zwischen den Menschen überwindet, und dass wir alle gleich sind", sagte Regisseur Peter Farrelly in seiner Dankesrede.

Leer ging der deutsche Beitrag "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck aus, der in der Kategorie "Bester Ausländischer Film" nominiert war. Er verlor gegen "Roma".

Regisseur Peter Farrelly jubelt über den Oscar für "Green Book" | Bildquelle: AFP
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Regisseur Peter Farrelly jubelte über den Oscar für "Green Book"

Show schneller, aber trockener

War die Oscar-Show, die seit Jahren unter Zuschauerschwund leidet, nun besser als in den Vorjahren? Die Antwort lautet: Jein - dadurch, dass es keinen Moderator gab, war sie etwas kurzweiliger und gefühlt "schneller", dafür aber auch weniger launig und insgesamt recht trocken.

Die Oscar-Gewinner 2019

Bester Film: "Green Book - Eine besondere Freundschaft" von Peter Farrelly

Beste Regie: Alfonso Cuarón für "Roma"

Bester Hauptdarsteller: Rami Malek in "Bohemian Rhapsody"

Bester Hauptdarstellerin: Olivia Colman in "The Favourite - Intrigen und Irrsinn"

Beste Nebendarstellerin: Regina King in "If Beale Street Could Talk"

Beste Nebendarsteller: Mahershala Ali in "Green Book - Eine besondere Freundschaft"

Bester nicht-englischsprachiger Film: "Roma" (Mexiko) von Alfonso Cuarón

Beste Kamera: Alfonso Cuarón für "Roma"

Bestes Original-Drehbuch: Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly für "Green Book - Eine besondere Freundschaf"

Bestes adaptiertes Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott und Spike Lee für "BlacKkKlansman"

Bester Schnitt: John Ottman für "Bohemian Rhapsody"

Beste Filmmusik: Ludwig Goransson für "Black Panther"

Bester Filmsong:
"Shallow" von Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando und Andrew Wyatt für "A Star Is Born"

Bestes Produktionsdesign: Hannah Beachler (Production Design) und Jay Hart (Set Decoration) für "Black Panther"

Bester Tonschnitt: Nina Hartstone und John Warhurst für "Bohemian Rhapsody"

Beste Tonmischung: Paul Massey, Tim Cavagin und John Casali für "Bohemian Rhapsody"

Beste Visuelle Effekte: Paul Lambert, Ian Hunter, Tristan Myles und J.D. Schwalm für "Aufbruch zum Mond"

Bester Animationsfilm: "Spider-Man: A New Universe" von Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman

Bester Animations-Kurzfilm: "Bao" von Domee Shi

Bester Dokumentarfilm:
"Free Solo" von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi

Bester Dokumentar-Kurzfilm: "Period. End of Sentence." von Rayka Zehtabchi

Bestes Make-up/Frisur: Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia Dehaney für "Vice: Der zweite Mann"

Bestes Kostümdesign:
Ruth Carter für "Black Panther"

Bester Kurzfilm: "Skin" von Guy Nattiv

Zusammenfassung der 91. Oscar-Verleihung
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
25.02.2019 07:14 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Februar 2019 um 07:42 Uhr.

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