Ein Ukrainer gedenkt der Opfer des Aufstands auf dem Maidan in Kiew im Jahr 2014 | Bildquelle: SERGEY DOLZHENKO/EPA-EFE/REX

Gedenken an Maidan-Proteste "Das Böse muss bestraft werden"

Stand: 18.02.2019 17:50 Uhr

Im Februar 2014 eskalierten die proeuropäischen Proteste auf dem Maidan in Kiew. Fünf Jahre danach sind immer noch viele Fragen offen. Die Aufklärung verläuft schleppend.

Von Martha Wilczynski, ARD-Studio Moskau

Etwa 100 Menschen sind am Morgen zu dem Gedenkgottesdienst am Mahnmal der "Himmlischen Hundert" gekommen - so nennen die Ukrainer die mehr als 100 Opfer, die bei den blutigen Kämpfen zwischen Demonstranten und Spezialeinheiten der damaligen Regierung gestorben sind.

Heute ist es fünf Jahre her, dass die Gewalt auf dem "Maidan Nezalezhnosti", dem Platz der Unabhängigkeit im Zentrum Kiews, endgültig eskalierte. Und wo damals Barrikaden brannten und Menschen erschossen wurden, geht es heute ums gemeinsame Erinnern: "Es ist sehr wichtig, die Menschen zu ehren, die ihre Leben für menschliche Werte geopfert haben", sagt Olesja. "Und außerdem ist es sehr tragisch, dass in friedlichen Zeiten im Zentrum einer europäischen Hauptstadt so etwas passiert ist."

Kiew trauert um die Toten der Maidan-Proteste vor 5 Jahren
tagesthemen 22:25 Uhr, 18.02.2019, Birgit Virnich, ARD Kiew

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Brutales Vorgehen gegen die Demonstranten

Er komme jedes Jahr an diesen Ort, erzählt Wasyl Posnjak. An 90 von insgesamt 93 Tagen habe er an der Maidan-Revolution teilgenommen. Am 18. Februar sei er grob zusammengeschlagen worden. "Wenn man mir damals nicht geholfen hätte, wäre ich auch dort, wo die 'Himmlischen Hundert' jetzt sind", so Posnjak. "Ich lag ohnmächtig auf dem Boden und Berkut-Soldaten schlugen mich immer weiter und riefen 'Stirb! Verrecke!'" Deshalb sei dieser Tag wie ein zweiter Geburtstag für ihn.

Die Berkut waren die Spezialeinheiten, die dem damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch unterstanden. Sie gingen mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten auf dem Maidan vor. Als die Gewalt immer weiter zunahm, wurde auch von den Dächern der umliegenden Gebäude auf die Demonstranten geschossen. Bis heute ist nicht aufgeklärt, wer die Schützen waren.

Die Maidan-Aktivisten beschuldigen die "Berkut" - und damit auch den Ex-Präsidenten Janukowitsch - für die Schüsse verantwortlich zu sein. Ein Vorwurf, den der ukrainische Generalstaatsanwalt erst kürzlich wiederholte. Doch die Ermittlungen laufen schleppend, was die Hinterbliebenen der Opfer zusätzlich belastet.

Ina Ruck, ARD Kiew, zum Wahlkampf im Schatten der Maidan-Proteste 2014
tagesthemen 22:25 Uhr, 18.02.2019

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"Mit der Zeit lernt man, damit zu leben"

Wie Wolodymyr Bondartschuk, dessen Vater bei den Kämpfen vor fünf Jahren gestorben ist: "Es ist schwer, das durchzustehen, aber mit der Zeit lernt man, damit zu leben. Wir müssen die Veränderungen zu Ende bringen, die unsere Angehörigen angestoßen haben." Der Kampf für Gerechtigkeit und für die Bestrafung der Schuldigen dauere an. Und fügt er hinzu: "Das Böse muss bestraft werden."

Für den heutigen Abend ist ein Gedenkmarsch im Zentrum Kiews geplant, ebenso an den kommenden beiden Tagen. Die Tage, die vor fünf Jahren den Wendepunkt brachten: Janukowitsch floh nach Russland, wo Präsident Wladimir Putin die Demonstranten als Extremisten und die Ereignisse auf dem Maidan als Putsch verurteilte.

Kurz darauf annektierte Russland die Halbinsel Krim und der Krieg um den Donbass im Osten der Ukraine begann. Ein Krieg, der bereits über 10.000 Menschenleben gefordert hat und dessen Ende noch immer nicht abzusehen ist. Gleichzeitig steckt die Ukraine in einem politischen Reformprozess, der zwar schleppend läuft und dennoch vielen Ukrainern Hoffnung gibt, dass sich in ihrem Land doch noch etwas tut.

Stilles Gedenken in Kiew
Martha Wilczynski, ARD Moskau
18.02.2019 17:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Februar 2019 um 11:00 Uhr.

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