Polizeibeamte verlassen den Kölner Hauptbahnhof. | Bildquelle: dpa

Geiselnahme in Köln Polizei prüft Terror-Hintergrund

Stand: 16.10.2018 14:50 Uhr

Nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof prüfen Ermittler einen Terrorverdacht. Der angeschossene Geiselnehmer liegt laut Polizeiangaben auf der Intensivstation.

Im Kölner Hauptbahnhof werden am Morgen nach der Geiselnahme noch Spuren gesichert. Die Polizei versucht herauszufinden, ob die Tat wirklich einen terroristischen Hintergrund hat. Passanten zufolge soll der Geiselnehmer gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe IS gehöre.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dem WDR: "Derzeit wird mit Hochdruck ermittelt, um die Hintergründe der Tat schnellstmöglich aufzuklären."

Mitarbeiter der Spurensicherung der Polizei arbeiten in einer Apotheke im Hauptbahnhof, in der sich zuvor eine Geiselnahme ereignet hatte. | Bildquelle: dpa
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Spurensicherung am Tatort

Durchsuchung in Köln

Die Ermittler suchen nach Hinweisen auf Kontakte des Geiselnehmers zu der Terrororganisation IS. In Köln wurde eine Wohnung durchsucht und dort Beweismittel sichergestellt, wie eine Polizeisprecherin am Dienstagmittag (16.10.2018) dem WDR bestätigte.

Es habe sich um die Anschrift gehandelt, die im Ausweis vermerkt war, der beim Tatverdächtigen gefunden wurde. Nach wie vor sei nicht ganz sicher, ob der Inhaber des Passes mit dem Festgenommene identisch sei.

Geiselnehmer auf Intensivstation

Polizisten im Kölner Hauptbahnhof an einer Absperrung am Morgen nach der Geiselnahme am 15.20.2018
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Absperrung am Tag nach der Tat

Der von der Polizei angeschossene Geiselnehmer liege weiterhin auf einer Intensivstation, sagte die Polizeisprecherin. Er sei nicht vernehmungsfähig, weil er nach wie vor in Lebensgefahr schwebe.

Er hatte zuvor drei Passanten verletzt. Die Polizei habe "durch ihr konsequentes und professionelles Einschreiten Schlimmeres" verhindert, sagte NRW-Innenminister Reul dem WDR. "Den Verletzten wünsche ich eine gute und vollständige Genesung."

Zeugen können Fotos und Videos hochladen

Über Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, "Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten".

Mehrere Verletzte

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) hatte die Geiselnahme am Montagnachmittag (15.10.2018) nach zwei Stunden gewaltsam beendet. Der Geiselnehmer wurde dabei "schwerst" verletzt. Eine weibliche Geisel erlitt leichte Verletzungen. Außerdem wurde eine 14-Jährige schwer verletzt.

Wie die Polizei am Montagabend bei einer Pressekonferenz bekannt gab, zündete der Mann zunächst einen Molotowcocktail in einem Schnellrestaurant. Dabei erlitt das 14 Jahre alte Mädchen schwere Brandverletzungen. In der gegenüberliegenden Apotheke nahm er eine Frau als Geisel.

Mann wollte Geisel anzünden

Neben Brandbeschleuniger und Gaskartuschen hatte der Mann nach Polizeiangaben auch eine Schusswaffe bei sich. Während des SEK-Zugriffs habe er versucht, die Geisel in der Apotheke anzuzünden, sagte der Einsatzleiter. Die Beamten gaben daraufhin mehrere Schüsse ab und trafen den Geiselnehmer mehrfach.

Polizei beendet Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

16.10.2018 16:50 Uhr

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Papiere eines polizeibekannten Syrers gefunden

Am Tatort wurden Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der bis Mitte 2021 in Deutschland geduldet ist. Der Inhaber des Dokumentes ist nach Polizeiangaben wegen verschiedener Delikte wie Diebstahl und Bedrohung bekannt.

Einsatzwagen und Menschenmenge vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofes

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Quelle: wdr.de

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