Ein Absperrband ist vor einem Gebäude auf dem Campingplatz in Lügde zu sehen. | Bildquelle: dpa

Nach Kindesmissbrauch Weitere Durchsuchungen in Lügde

Stand: 06.03.2019 10:45 Uhr

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold haben die Ermittler bei weiteren Durchsuchungen mögliche Beweismittel gefunden.

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold haben die Ermittler zwei Wohnungen und einen weiteren Wohnwagen durchsucht. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag (05.03.2019) mitteilten, ist darunter die Wohnung des 56 Jahre alten Hauptverdächtigen, in die er auf Wunsch des Jugendamtes bald umziehen sollte. Zudem wurde ein weiterer Wohnwagen auf dem Campingplatz durchsucht, der jahrelang Missbrauchs-Tatort gewesen sein soll.

Beamte stellen "Gegenstände" sicher

Den Angaben zufolge wurden nicht weiter beschriebene "Gegenstände" sichergestellt. Die Ermittler bekräftigten indes, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine Belege dafür gebe, "dass Polizeibeamte in die Taten involviert waren oder diese geduldet haben".

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei hatte sich der Fall ausgeweitet. Nach und nach waren Pannen bekannt geworden. So verschwanden unter anderem 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe.

Mehr als 1.000 Fälle sexuellen Missbrauchs

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren in mehr als 1.000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden.

Quelle: wdr.de

Über dieses Thema berichteten der WDR am 03. März 2019 um 19:30 Uhr in der Sendung "Westpol" und Deutschlandfunk am 06. März 2019 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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