Polizei, Polizeiautos und Feuerwehrautos vor Kölner Hauptbahnhof - Polizeiaufkommen wegen Geiselnahme

Nordrhein-Westfalen Geiselnahme in Köln: Schaulustige und verängstigte Reisende

Stand: 15.10.2018 17:29 Uhr

Großeinsatz am Kölner Hauptbahnhof: Ein Geiselnehmer verschanzt sich in einer Apotheke. Die Polizei räumt das Gebiet, Schaulustige drängen sich an den Absperrungen.

Der Anruf ihres Freundes hat Larissa Da Silva Lima vielleicht vor Schlimmerem bewahrt. "Ich wollte eigentlich gerade in den McDonalds am Hauptbahnhof gehen und mir etwas zu trinken holen", erzählt die 25-Jährige Flugbegleiterin dem WDR. Als aber ihr Handy klingelte, bleibt sie vor der Tür am Breslauer Platz in Köln stehen.

Eine junge Frau wird von einer WDR-Reporterin interviewt
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Larissa Da Silva Lima wurde Zeugin der Geiselnahme

"Plötzlich hörte ich Schreie und sah Flammen im sonst dunklen McDonalds", sagt Da Silva Lima. "Dann stürmte ein Mädchen mit einem brennenden Schuh am Fuß heraus. Sie hatte Todesangst." Ein Passant habe sich auf das Mädchen gestürzt, ihm den Schuh ausgezogen. "Dann kam eine Mitarbeiterin der Apotheke heraus und leistete erste Hilfe", erzählt die 25-Jährige.

Hauptbahnhof wird komplett geräumt

Nach Informationen der Polizei wurde das Mädchen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. In der Apotheke nimmt ein Mann jedoch kurz darauf eine Frau als Geisel. "Ob die Geschehnisse in dem Fast-Food-Restaurant und die Geiselnahme in Zusammenhang stehen, können wir derzeit noch nicht sagen", sagte ein Polizeisprecher dem WDR am Montagnachmittag (15.10.2018).

SEK beendet Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof
wdr
17.10.2018 20:50 Uhr

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Als die Polizei kurz darauf den kompletten Hauptbahnhof räumt, fallen die Reaktionen der Bahnreisenden extrem unterschiedlich aus. "Nehmt Euch mal nicht so wichtig", schnauzt ein älterer Herr, der seinem Akzent nach aus Österreich stammt, das Sicherheitspersonal der Bahn an. Die Mitarbeiter sperren den Vorplatz auf der Dom-Seite mit Flatterband ab.

Währenddessen strömen hunderte Menschen mit angsterfüllten Gesichtern durch die Domprobst-Ketzer-Straße weg vom Einsatzort der Polizei. Immer wieder müssen die Beamten aber auch Reisende aufhalten, die in die entgegengesetzte Richtung wollen, um ihren Zug zu erreichen. Viele können nicht glauben, was sich laut Polizei gerade keine 500 Meter entfernt abspielt.

Polizei vor Kölner Hauptbahnhof - Polizeiaufkommen wegen Geiselnahme | Bildquelle: dpa
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Das SEK bereitet sich auf den Zugriff vor

Schaulustige beobachten SEK

Gleichzeitig beobachten zahlreiche Schaulustige, die sich an der Polizeiabsperrung am Konrad-Adenauer-Ufer drängen, wie sich ein Spezialeinsatzkommando (SEK) auf den Zugriff vorbereitet. Als es um kurz vor 15 Uhr zweimal laut knallt, zuckt die Menge zusammen. Das SEK hat offenbar zwei Blendgranaten gezündet und den Täter überwältigt.

"Bisher bin ich noch zu müde von meinem Flug, um wirklich zu realisieren, was da passiert ist", sagt Larissa Da Silva Lima. Sie will erst einmal nur nach Hause zu ihrem Freund.

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Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof

Einsatzwagen und Menschenmenge vor dem Eingang des Kölner Hauptbahnhofes

Nichts geht mehr am Kölner Hauptbahnhof am Montagmittag (15.10.2018).

Quelle: wdr.de

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