Segelboote auf dem Blausteinsee - ein ehemaliger Teil des Tagebaus Inden | Bildquelle: Klaus Görgen

Nordrhein-Westfalen Rekultivierung im Tagebau: Zurück zur Natur?

Stand: 25.10.2018 17:00 Uhr

Der Tagebau im Rheinland hinterlässt tiefe Narben in der Landschaft. Nach dem Ende der Braunkohle müssen die Flächen rekultiviert werden - eine Aufgabe für Generationen.

Der Tagebau im Rheinland hinterlässt tiefe Narben in der Landschaft. Nach dem Ende der Braunkohle müssen die Flächen rekultiviert werden - eine Aufgabe für Generationen.

In den Tagebauen Hambach, Garzweiler und Inden fördert RWE nach eigenen Angaben jährlich rund 100 Millionen Tonnen Braunkohle. Egal, ob die Förderung - wie geplant - bis 2045 weitergehen kann oder der Kohleausstieg früher kommt: Nach dem Bergbaugesetz ist der Betreiber verpflichtet, die Landschaft wiederherzustellen.

Wie ist der Stand der Rekultivierung?

Der Tagebau im Rheinischen Revier hat bisher 320 Quadratkilometer Land in Anspruch genommen - etwas mehr als die Fläche von Dortmund.

Laut RWE sind 220 Quadratkilometer schon rekultiviert - überwiegend zu Ackerflächen und Waldgebieten. Nach Angaben eines RWE-Sprechers hat die Rekultivierung bislang einige hundert Millionen Euro gekostet. Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen des RWE-Konzerns für die Renaturierung des Rheinischen Reviers auf über zwei Milliarden Euro.

Der Tagebau Hambach | Bildquelle: imago/sepp spiegl
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Der Tagebau Hambach

Was kommt nach dem Tagebau Hambach?

Der Tagebau Hambach ist der größte Braunkohletagebau. Seit dem Start der Förderung im Jahr 1978 wurden rund 15 Quadratkilometer rekultiviert: Als Ausgleich für gerodete Wälder wurden laut RWE rund 10 Millionen neue Bäume gepflanzt.

Nach dem Ende der Förderung soll in der Fördergrube ein bis zu 265 Meter tiefer, 36 Quadratkilometer großer See entstehen. Bis es soweit ist, muss die Grube 40 Jahre lang - per kilometerlanger Leitung - mit Wasser aus dem Rhein befüllt werden.

  • Rekultivierung des Tagebaus Hambach

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Förderung im Tagebau Inden

Was wird aus dem Tagebau Inden?

Nach aktueller Planung soll in Inden bis 2030 Braunkohle gefördert werden. Auch hier soll der Ursprungszustand der Natur nicht wiederhergestellt werden. Stattdessen ist ein elf Quadratkilometer großer See geplant. Er soll von Wald, Wiesen und Ackerflächen eingefasst werden.

Rund die Hälfte der 40 Quadratkilometer, die ausgebaggert wurden, sind rekultiviert. Der Großteil wurde in Ackerland verwandelt.

Was kommt nach Garzweiler?

Weil in Garzweiler seit 100 Jahren Braunkohle gefördert wird, ist auch die Rekultivierung weiter fortgeschritten als in anderen Tagebauen. Auf rund 41 Quadratkilometern sind die Spuren der Kohleförderung nicht mehr sichtbar. Auch hier soll später ein See entstehen. Die Ausmaße sind infolge der Verkleinerung des Abbaugebiets noch nicht geklärt.

Bechsteinfledermaus. | Bildquelle: imago
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Zuhause im Hambacher Forst: die Bechsteinfledermaus

Was halten Umweltschützer von den neuen Landschaften?

Nach Auffassung des BUND sind die Eingriffe in die Natur durch die Kohleförderung irreparabel. Die neuen Böden hätten nicht das ökologische Potenzial ihrer in Jahrtausenden entstandenen Vorgänger. Auch der Verlust an Waldflächen könne niemals ganz ausgeglichen werden: Denn die Wiederansiedlung der Tierarten, die einst in dem Gebiet heimisch waren, gelinge so gut wie nie.

Quelle: wdr.de

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