Michel Platini  | Bildquelle: imago images / Independent Photo

Zusammenhang mit WM in Katar Ex-UEFA-Präsident Platini in Polizeigewahrsam

Stand: 18.06.2019 14:49 Uhr

Die französische Polizei hat den Ex-UEFA-Präsidenten Platini in Gewahrsam genommen. Gegen ihn werde im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar ermittelt. Platini wies die Vorwürfe zurück.

Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini ist von der französischen Polizei in Gewahrsam genommen worden. Hintergrund sei eine Ermittlung zu der umstrittenen WM-Vergabe nach Katar, hieß es von Seiten der Ermittler in Paris. Es geht demnach um mögliche Korruption und Bestechung.

Platini wies die Vorwürfe zurück und erklärte, er sei an der Affäre "völlig unbeteiligt". Von seinen Anwälten hieß es, Platini habe "sich überhaupt nichts vorzuwerfen". Es handele sich "nicht um eine Verhaftung, sondern um eine Anhörung als Zeuge".

Jochen Leufgens, WDR, zu den Anschuldigungen gegen Platini
tagesschau 12:00 Uhr, 18.06.2019

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Entscheidung fiel 2010

Der Weltfußballverband FIFA hatte die WM Ende 2010 an Katar vergeben. Der Wüstenstaat setzte sich damals überraschend gegen den Mitbewerber USA durch. Schon unmittelbar nach der Vergabe wurden Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe laut.

Platini war von der FIFA-Ethikkommission 2015 zunächst für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden. Der Bann wurde später auf vier Jahre reduziert. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter erhalten hatte. Laut Blatter und Platini handelte es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis FIFA-Arbeit in den Jahren 1998 bis 2002.

Platini galt vor seiner Sperre als Favorit auf die Nachfolge von Blatter als FIFA-Präsident. Nach seinem Ausschluss setzte sich überraschend sein ehemaliger enger Vertrauter Gianni Infantino bei der Wahl zum Weltverbands-Boss durch. Platinis Sperre läuft im Oktober 2019 aus.

Ex-UEFA-Präsident Michel Platini in Polizeigewahrsam
Sabine Wachs, ARD Paris
18.06.2019 16:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. Juni 2019 um 11:00 Uhr.

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