Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach, links, und Renato Sanches vom FC Bayern München | Bildquelle: dpa

Fußball-Bundesliga Gladbach schießt die Bayern in die Krise

Stand: 06.10.2018 20:22 Uhr

Kein Plan, keine Leidenschaft und die zweite Niederlage in Folge in der Bundesliga: Bayern München steckt nach einer wirren Darbietung gegen Borussia Mönchengladbach nun wirklich in Bedrängnis. 

Das verdiente 0:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach war für den Fußball-Rekordmeister das vierte Pflichtspiel in Serie ohne Sieg und bringt Trainer Niko Kovac in Erklärungsnot. Gladbachs starker Neuzugang Alassane Pléa (10.) erwischte die Bayern bei seinem Führungstor völlig unvorbereitet und traf im vierten Spiel in Folge.

Kurz darauf bestrafte Lars Stindl (16.) bei seinem Comeback nach mehr als fünfmonatiger Zwangspause einen haarsträubenden Patzer von Thiago und stellte die Weichen für den ersten Gladbacher Auswärtssieg seit Februar 2018. Für den Schlusspunkt sorgte Patrick Herrmann (88.).  

"Im Moment bringen wir es nicht gemeinsam auf den Platz"

"Wir machen zu viele individuelle Fehler. Im Moment bringen wir es nicht gemeinsam auf den Platz. Du musst als Einheit auftreten, gegen den Ball und mit dem Ball. Aber aus drei Schüssen hat es drei Gegentreffer gegeben", sagte Kovac zur Niederlage seiner Mannschaft. "Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung und wir haben sehr gut verteidigt. Die Bayern sind nur zu Halbchancen gekommen. Wir haben das heute hervorragend gemacht", zeigte sich Gladbachs Trainer Dieter Hecking begeistert vom Sieg.

Im Spiel der Kovac-Elf war kein Konzept zu erkennen, es fehlten aber auch die Überzeugung und die körperliche Präsenz. Mit den Gegentoren wuchs beim FC Bayern die Verunsicherung. Selbst Bayern-Torwart Manuel Neuer fing an zu wackeln, wenngleich Pléa (24.) seinen Querschläger nicht nutzte. Das Angriffsspiel variierte ähnlich wie am Dienstag in der Champions League gegen Ajax Amsterdam (1:1) zwischen ideenlos, durchschaubar und statisch. Pfiffe begleiteten die angeschlagenen Münchner in die Halbzeitpause.

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07.10.2018 15:31 Uhr

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Kovac entgleisen die Gesichtszüge

Die Mannschaft von Hecking hielt mit vereinzelten, aber wirkungsvollen Nadelstichen und solider Abwehrarbeit dagegen, gewährte dem Rekordmeister kaum einmal eine große Möglichkeit. Dabei hatten die 75.000 Zuschauer in der ausverkauften Münchner Arena einen stürmischen Beginn des FC Bayern erlebt. Der Kovac-Elf war für zehn Minuten die nötige Entschlossenheit anzumerken. Die Gladbacher Defensive kam in der Phase gehörig ins Schwitzen.

Mit einem Tor der Borussia war zu dem Zeitpunkt nicht zu rechnen - es fiel trotzdem. Bayern-Nationalspieler Niklas Süle vertändelte erst den Ball und ließ sich anschließend von Pléa düpieren, dessen Schlenzer unerreichbar für Neuer ins rechte untere Eck zischte. Kurz darauf sorgte Stindl nach Thiagos Lapsus dafür, dass Kovac die Gesichtszüge entgleisten.

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Alaba verletzt raus

Ende April war der WM-Traum des Gladbacher Nationalspielers wegen einer komplizierten Kapsel- und Bänderverletzung geplatzt, nun meldete sich Stindl mit einem Ausrufezeichen zurück. Auch sein Flachschuss ins linke untere Eck war für Neuer nicht zu parieren. "Ich bin froh, dass ich auch meinen Teil dazu beitragen konnte. Es ist eine schöne Momentaufnahme vor der Länderspielpause", sagte Stindl.

Die Münchner verpassten die angekündigte Wiedergutmachung und zudem die Chance, wieder dicht an Tabellenführer Borussia Dortmund heranzurücken. Sie liegen nun sogar hinter den Gladbachern auf Rang fünf und mussten auch eine Verletzung von David Alaba hinnehmen. Nach der Länderspielpause (20.10.) treffen die Bayern auswärts auf den VfL Wolfsburg. Gladbach empfängt einen Tag später Mainz 05.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Oktober 2018 um 05:12 Uhr.

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