Deutsches Frauen-Staffel-Team | Bildquelle: AFP

Biathlon-Weltcup in Nove Mesto Deutsche Staffel läuft aufs Podest

Stand: 07.03.2020 15:31 Uhr

Der Staffel-Thron der Biathlon-Saison gehört den Norwegerinnen. Bei schwierigen Bedingungen im tschechischen Nove Mesto fiel die Entscheidung erst beim letzten Schießen. Das deutsche Quartett sicherte sich erneut einen Platz auf dem Podest.

Während die Norwegerin Tiril Eckhoff mit komfortablem Vorsprung vor den Französinnen als Erste ins Ziel lief, musste das deutsche Team bis zum Schluss um den Podestplatz bangen. Die Sprintqualitäten von Denise Herrmann sicherten dem DSV-Quartett dann aber Rang drei. Nach WM-Silber war es das zweite Mal in dieser Saison, dass die deutschen Frauen aufs Podest laufen konnten. Eine Strafrunde und insgesamt 14 Nachlader verhinderten am Samstag (07.03.2020) ein noch besseres Resultat der WM-Staffelbesetzung Karolin Horchler, Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann.

Horchler hält Rückstand in Grenzen

Schon Startläuferin Karolin Horchler hatte Probleme mit den wechselnden Windbedingungen am Schießstand. Im liegenden Anschlag brauchte sie einen Nachlader und ging als Siebte wieder ins Rennen mit nur acht Sekunden Rückstand auf die Spitze. Stehend machte es Horchler dann richtig spannend, als sie zunächst drei Scheiben verfehlte. Die Nachlader fanden aber das Ziel, so dass sie die Strafrunde knapp vermeiden konnte. Im ZDF-Interview erklärte Hinz, sie habe schon auf dem Weg zum Schießstand gewusst, dass es knackig werde: "Es war total schwierig. Ich war dann aber komplett bei mir, ich weiß ja, dass ich es kann. Ich bin froh, dass ich es bei den Bedingungen dann noch so gemeistert habe." Beim Verlassen des Schießstandes stürzte Horchler und ging dann als Zehnte (+26,6 Sekunden) auf die Verfolgung. In Führung lag zu diesem Zeitpunkt Italien vor der Ukraine und Russland. Böse erwischte es die Schweiz, die mit zwei Strafrunden auf den letzten Platz zurückfiel.

Hinz mit bester Schießleistung

Der Rückstand von Horchler wuchs bis zum Wechsel auf knapp 43 Sekunden an, sie übergab als Neunte auf Vanessa Hinz. Die machte bis zu ihrer ersten Schießeinlage einige Sekunden gut und brauchte dann liegend einen Nachlader. Da die Spitze fast ausnahmslos fehlerfrei geschossen hatte, konnte Hinz zunächst keinen Boden gutmachen. Beim Stehendschießen wurde das Feld dann ordentlich durcheinandergewirbelt – Russland und Frankreich mussten in die Strafrunde. Hinz verfehlte gleich den ersten Schuss, traf dann aber alle Scheiben. Mit einem Nachlader schob sie sich von Rang sieben auf vier vor (+22 Sekunden).

Preuß : "Kein Rezept für diesen Schießstand"

Als dritte Läuferin machte sich Franziska Preuß auf die Verfolgung der Ukraine, Schweden und Polen. Mit einer fehlerfreien Schnellschusseinlage beim liegenden Anschlag schob sich Preuß auf den zweiten Platz nach vorn. Der Rückstand auf die Ukraine war auf elf Sekunden geschmolzen. Das Kontrastprogramm zum Liegendschießen gab es für Preuß dann im stehenden Anschlag. Bei strömendem Regen kassierte die sonst so sichere Schützin eine Strafrunde und fiel auf Rang fünf zurück (+29,7 Sekunden). In Führung lag nun das Trio Norwegen, Frankreich und die Ukraine. Preuß lief eine gute Schlussrunde und verlor keine Zeit mehr auf die Spitze. Im Interview beim ZDF haderte sie mit ihrer Schießleistung: "Ich tue mich hier am Schießstand vor allem stehend sehr schwer. Ich habe einfach nicht das richtige Rezept gefunden."

Denise Herrmann, Franziska Preuss, Vanessa Hinz und Karolin Horchler | Bildquelle: AFP
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Denise Herrmann, Franziska Preuss, Vanessa Hinz und Karolin Horchler jubeln über Platz drei

Herrmann mit toller Schlussrunde

Schlussläuferin Denise Herrmann ließ den Rückstand auf der Strecke erwartungsgemäß schmelzen und kam als Vierte zu ihrem ersten Schießen. Bis zum letzten Schuss lief alles nach Plan, doch die fünfte Scheibe wollte einfach nicht weiß werden. Erst mit dem zweiten Nachlader war die Aufgabe erledigt, der Rückstand wuchs wieder auf knapp 40 Sekunden an. Auch im stehenden Anschlag musste Herrmann Federn lassen. Sie brauchte drei Nachlader und ging mit einem Rückstand von 12 Sekunden auf Rang drei in den Kampf um einen Podestplatz: "Als ich rausgelaufen bin, habe ich gesehen, dass die Ukraine gerade aus der Strafrunde kam", erklärte Herrmann die Ausgangsposition. "Ich habe dann so grob überschlagen und gedacht, das müsste eigentlich das Podest sein. Und dann hab ich noch mal alles gegeben." Herrmann schnappte sich noch die Schlussläuferinnen von Russland und der Ukraine und sicherte Platz drei.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. März 2020 um 15:00 Uhr.

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