Theodor Gebre Selassie | Bildquelle: dpa

Bundesliga, 9. Spieltag Leverkusen schockt Bremen mit 6:2-Sieg

Stand: 28.10.2018 19:45 Uhr

Was für ein Spektakel zum Abschluss des neunten Spieltags in der Fußball-Bundesliga! Bayer Leverkusen gewinnt überraschend deutlich bei den sonst so heimstarken Bremern.

Mit Konterfußball der Extraklasse hat Bayer Leverkusen ausgerechnet bei den so heimstarken Bremern die sportliche Talfahrt gestoppt und Trainer Heiko Herrlich aus der Schusslinie genommen. Die Rheinländer gewannen am Sonntagabend (28.10.2018) in einem hochklassigen Spiel bei Werder mit 6:2 (3:0) und fügten den Norddeutschen damit die erste Heimniederlage seit der Amtsübernahme von Trainer Florian Kohfeldt Ende Oktober 2017 zu. Seitdem war Bremen in der Fußball-Bundesliga in 16 Spielen vor eigenem Publikum ungeschlagen geblieben.

"Wichtigen Aspekt komplett vergessen"

"Wir haben heute einen wichtigen Aspekt des Fußballs komplett vergessen, das war die Konterabsicherung", sagte Kohfeldt, "das ist bitter und tut weh. Aber es wird uns nicht umwerfen." "Das ist für uns alle ein guter Tag. Wir waren immer extrem gefährlich. Wir wollen so weitermachen. Das sollte die Messlatte sein", erklärte Bayer-Stürmer Kevin Volland

Leverkusen schießt sich in Bremen den Frust von der Seele
wdr
29.10.2018 14:00 Uhr

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Für Leverkusen war es nach zuletzt drei Partien ohne Sieg der erste Dreier. Vor 40.400 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Kevin Volland (8. Minute), Julian Brandt (38.), Karim Bellarabi (45.), Kai Havertz (67.) und Aleksandar Dragovic (72.) die Treffer für die Gäste. Zudem traf Bremens Sebastian Langkamp (77.) ins eigen Tor. Claudio Pizarro (60.) und Yuya Osako (62.) ließen die Gastgeber zwischenzeitlich wieder hoffen.

Herrlichs Team verändert

Herrlich hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:3 in der Europa League in Zürich gleich auf vier Positionen verändert. So kehrte unter anderem Volland in die Sturmspitze zurück - ein Wechsel, der sich bereits in der achten Minute auszahlte. Nach feiner Vorarbeit von Bellarabi brauchte der Nationalspieler im Strafraum aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben.

Moisander fehlt überall

Die Bremer benötigten eine Weile, um sich vom Rückstand zu erholen. Hinzu kam, dass Kohfeldt sein Team kurzfristig hatte umbauen müssen, weil Abwehrchef Niklas Moisander wegen muskulärer Probleme passen musste. Werder agierte daher in der Abwehr mit Dreierkette mit Sebastian Langkamp in zentraler Position und Marco Friedl auf der rechten Seite. Umstellungen, die dem sonst so stabilen Bremer Spiel überhaupt nicht bekamen. Da in dem verletzten Philipp Bargfede ein weiterer Stabilisator vor der Abwehr fehlte, wirkte die Defensive der Gastgeber ungewohnt wackelig.

Allerdings versäumte es Bayer zunächst, daraus weiteres Kapital zu schlagen und die Partie frühzeitig zu entscheiden. Bellarabi (28.) und Havertz (29.) konnten bei Kontern erst nicht nachlegen. Doch Werder agierte defensiv im ersten Durchgang so indisponiert, dass die Gäste noch vor der Pause durch Brandt und Bellarabi scheinbar für die Vorentscheidung sorgten.

Kurzes Aufbäumen

Nach dem Seitenwechsel brachte Kohfeldt in Publikumsliebling Pizarro einen weiteren Offensivspieler. Und die Einwechslung des 40 Jahre alten Routiniers zahlte sich aus. Nachdem die Bremer zunächst noch eine Schrecksekunde in Form eines Pfostenschusses von Bellarabi zu überstehen hatten (51.), sorgte Pizarro mit seinem ersten Treffer für Werder seit dem 10. März 2017 für das 1:3. Auch damals hatte der Peruaner gegen Leverkusen getroffen.

Nun war Werder wieder im Spiel und startete angetrieben von den Fans einen Sturmlauf. Als Osako den Anschlusstreffer erzielte, bebte das Weserstadion wie in besten Zeiten. Die Partie drohte nun zu kippen - doch dann schlug Super-Talent Havertz eiskalt zu und beendete mit dem 4:2 den Bremer Schwung. Die Partie war damit entschieden und die Gäste konnten das Ergebnis noch in die Höhe schrauben.

Wunden lecken in Flensburg

Leverkusen tritt am Mittwoch (31.10.2018) in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Borussia Mönchengladbach an, Bremen spielt dann beim SC Weiche Flensburg 08. In der Bundesliga trifft Bayer am Samstag auf Hoffenheim, Werder muss einen Tag später in Mainz ran.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Oktober 2018 um 20:00 Uhr.

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