Grillitsch (l.) und Joelinton (r.) bejubeln den Ausgleich in der Nachspielzeit | Bildquelle: AFP

Champions League Hoffenheim spielt unentschieden gegen Lyon

Stand: 23.10.2018 22:45 Uhr

Am 3. Spieltag der Champions League ist es nicht zum historischen ersten Sieg für die TSG Hoffenheim gekommen. Individuelle Fehler brachten die Kraichgauer aus der Fassung und in Rückstand, der Ausgleich fiel erst spät.

Begeisternder Offensivfußball, dafür gravierende individuelle Fehler in der eigenen Abwehrarbeit. Mit einem Punkt gegen Olympique Lyon nach einem wilden Spiel muss sich Hoffenheim zufrieden geben. Es wäre allerdings mehr drin gewesen. Wie schon gegen Manchester City und Donezk agierte die TSG in einigen Aktionen unglücklich. Trainer Julian Nagelsmann konstatierte nach dem Spiel bei Sky, es sei nach solchen individuellen Fehlern schwierig, hinterherzulaufen: "Wenn ein individueller Fehler passiert, sind einem die Hände gebunden."

Zu Beginn der Partie sah sich die TSG Hoffenheim erst einmal hohem Druck durch die energisch anlaufenden Gäste von Olympique Lyon ausgesetzt. Trotz des Ausfalls von Kapitän, Weltmeister und Offensivmotor Nabil Fekir zeigte Lyon früh, dass auch andere im Angriffsdrittel Verantwortung übernehmen wollen - und auch können. Bertrand Traoré verpasste den Führungstreffer nur haarscharf (6. Spielminute), zuvor war er von Tangui Ndongbelé per Hacke in Szene gesetzt worden. Eine erste Duftmarke hinsichtlich der Offensivqualität von Olympique Lyon.

Die Elf von Trainer Nagelsmann arbeitete beherzt, um in die Partie zu finden. Allerdings kam der Schock prompt: Kevin Vogt schoss einen Bock und verschätzte sich bei einem Rückpass auf Torwart Oliver Baumann komplett, Traoré schaltete schnell, legte sich den Ball am herauseilenden Baumann vorbei und schob eiskalt zum 1:0 für die Gäste ein (27.). Das Pressing der Franzosen stellte Hoffenheim vor eine große Herausforderung.

Blitzschnelle Antwort der TSG - Powerfußball vor der Halbzeit

Hoffenheim berappelte sich in der Folge schnell. Andrej Kramaric nutzte seine Einschussmöglichkeit aus kurzer Distanz nach Kopfball-Vorlage von Pavel Kaderabek zum Ausgleich (33.) und brachte die TSG wieder auf Kurs. Anschließend offenbarten die Außenverteidiger von Lyon Lücken, die unter anderem Kaderabek und Nationalspieler Nico Schulz abwechselnd für Flanken nutzten. Olympique kam ins Schwimmen, Ishak Belfodil und Adam Szalai kamen im Sechzehner zu vielversprechenden Abschlusspositionen, von denen aber keine zu einem Torerfolg führte.

Zweiter und dritter individueller Fehler mit Folgen

In der Kabine dürfte Lyon sich einiges vorgenommen haben - aber es war Hoffenheims Kramaric, der kurz nach Wiederanpfiff viel zu viel Platz im französischen Strafraum hatte, eine Flanke von Kerem Demirbay per Brust annahm und links unten zur Führung einschob (46.).

Doch dann der erneute Schock für Hoffenheim: Innerhalb von acht Minuten mischten Ndongbelé (59.) und Memphis Depay (66.) die Karten abermals neu, die TSG fand sich mit 2:3 im Rückstand wieder. Kevin Akpoguma machte bei Depays Treffer keine gute Figur - der Niederländer zog in seinem Rücken davon und lief alleine auf Baumann zu, nachdem sich Akpoguma bei der versuchten Kopfballabwehr eines langen Balles folgenschwer verschätzte. Schon zuvor sah Baumann beim torreichen Abschluss von Ndongbelé aufs kurze Eck ebenfalls unglücklich aus.

Bicakcic - "Es wäre viel mehr drin gewesen"
sportschau
24.10.2018 10:01 Uhr

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Handelfmeter? Diskussionsbedarf bei Nagelsmann

Ermin Bicakcic musste weichen, Nagelsmann brachte Shootingstar Nelson. Die Marschroute lautete: Angriff. Ein vermeintliches Handspiel gut zehn Minuten vor Spielende im Strafraum der Franzosen sah Trainer Nagelsmann durchaus als ahndungswürdig an: "Für mich ein klarer Elfmeter, den wir kriegen können." Doch der Pfiff blieb aus und der TSG lief die Zeit davon.

Schließlich konnte Joelinton für die TSG nach Vorlage von Schulz noch in letzter Minute zum 3:3 ausgleichen (90.+3), der eine Punkt ist für die Ambitionen der Kraichgauer allerdings zu wenig. Nagelsmann und seine TSG drohen, den Anschluss in der Champions-League-Gruppe F zu verlieren. Der Trainer ist jedoch optimistisch: "Wir haben super Fußball gespielt, gut verteidigt. Dann kriegen wir wie beim 1:0 durch individuelle Fehler das zweite, auch das dritte Gegentor. Tabellarisch ist der Punkt Gold wert. Wenn wir so in Lyon spielen, glaube ich, dass wir gewinnen können."

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Oktober 2018 um 04:56 Uhr.

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