Hannovers Timo Hübers  | Bildquelle: dpa

Coronavirus und die 2. Liga Saisonabbruch nach Spieler-Infektion?

Stand: 11.03.2020 14:08 Uhr

Mit Timo Hübers von Hannover 96 ist der erste positive Coronavirus-Test eines Fußballers in den deutschen Profi-Ligen bekannt geworden. Die Folgen dieser und weiterer Infektionen könnten sportlich drastisch sein - bis zum Saisonabbruch.

Präsident Helge Leonhardt von Zweitligisten Erzgebirge Aue rechnet wegen der Corona-Krise schon mit einem vorzeitigen Saison-Ende. "Ich gehe davon aus, dass die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann. Sobald eine Person, die regelmäßigen Kontakt mit einer Mannschaft hat, erkrankt, muss das gesamte Team für zwei Wochen unter Quarantäne", sagte Leonhardt der Deutschen Presse-Agentur. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Spieler anstecken: "Und dann brechen der ganze Spielplan und der gesamte Spielbetrieb zusammen."

Hübers laut 96 erst nach dem letzten Spiel infiziert

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass in Hübers vom Zweitligisten Hannover 96 der erste Fußballprofi in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden war. "Es wird davon ausgegangen, dass Hübers sich am Samstagabend (07.03.2020) bei einer Veranstaltung in Hildesheim infizierte", hieß es in einer Mitteilung von 96. Hübers befinde sich derzeit in häuslicher Quarantäne und habe seit seiner Infektion "keinen Kontakt mit seinen Mannschaftskollegen" gehabt, teilte der Verein mit.

Hübers spielte in den drei jüngsten Zweitligapartien Hannovers 90 Minuten lang durch, die Gegner waren Arminia Bielefeld (23.02.), Holstein Kiel (02.03.) und der 1. FC Nürnberg (06.03.). Wenn die Vereinsangaben zutreffen, hat sich Hübers erst nach dem Spiel gegen Nürnberg infiziert. Die Inkubationszeit bei der Atemwegserkrankung beträgt bis zu 14 Tage.

Wirtschaftliche Folgen für die Klubs

Unterdessen erwägt Leonhardt im Falle von Geisterspielen drastische personelle Einschnitte. "Man muss darüber nachdenken, übergangsweise Kurzarbeit einzuführen, um den Verein wirtschaftlich stabil zu halten. Das dürfte einige Klubs der Liga treffen", sagte der Auer Präsident. Dabei gehe es nicht nur um Mitarbeiter des Klubs, sondern unter Umständen auch um Spieler und Trainer.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. März 2020 um 15:30 Uhr.

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