Antonio Rüdiger und Niklas Süle

WM-Spiel gegen Schweden Planspiele in Deutschlands Defensive

Stand: 23.06.2018 09:31 Uhr

Mats Hummels wird gegen Schweden wahrscheinlich wegen einer Halswirbelverletzung fehlen. Damit gäbe es zwei personelle Änderungen in der Abwehrreihe. Eine Änderung des Systems dürfte wohl keine Überlegung mehr für den Bundestrainer sein.

Nach dem Abschlusstraining am Freitag (22.06.2018) meldete sich Mats Hummels bei Twitter zu Wort. Es gebe noch ein bisschen Hoffnung, "bei einem solch wichtigen Spiel möchte man nicht zuschauen müssen", schrieb der Innenverteidiger. Joachim Löw hatte zu diesem Zeitpunkt aber schon die Frage gestellt, ob es "überhaupt Sinn" ergebe, jemanden aufzustellen, der das letzte Training verpasst habe.

Hummels wird also vermutlich fehlen - wie auch schon im Halbfinale der Europameisterschaft 2016. Damals war er gesperrt. Das zweite Gruppenspiel der Weltmeisterschaft 2018 (Anstoß 20 Uhr in Sotschi, live im Ersten) ist mit einem Halbfinale zu vergleichen. Deutschland muss gegen Schweden gewinnen, um am Mittwoch in Kasan ein Endspiel gegen Südkorea zu haben.

Kombination Süle/Boateng nur selten bei den Bayern

Da die Nationalmannschaft aber in den vergangenen Monaten erhebliche Probleme hatte, Tore zu erzielen - es gelangen nur sieben Treffer in sieben Spielen -, ist es noch wichtiger, dass der Gegner wenig schießt. Wer wird dann neben Jérôme Boateng spielen, dem beim 0:1 gegen Mexiko auch anzumerken war, dass er im letzten Saisonviertel wegen einer Verletzung fehlte?

Für Niklas Süle spricht, dass er ein Mannschaftskollege von Boateng ist und nahezu täglich mit ihm trainiert. Allerdings standen die beiden in der vergangenen Bundesligasaison nur sechs Mal zusammen als Innenverteidiger in der Startelf.

Kein Urteil über Form möglich

Da die überwiegende Zeit der Trainingseinheiten in den Tagen von Südtirol und nun in Russland geheim waren, ist für die Reporter nicht zu beurteilen, ob Süle oder Antonio Rüdiger in besserer Form ist.

Löw: "Wir werden ein anderes Spiel machen"
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Matthias Ginter, der ebenfalls noch als Innenverteidiger im Kader steht, dürfte nur minimale Einsatzchancen haben. Im Test gegen Österreich spielten Süle und Rüdiger im Zentrum der Viererkette, wobei der Münchner lange den besseren Eindruck machte, ehe auch er große Schwierigkeiten mit dem Pressing des Gegners bekam. Gegen Saudi-Arabien blieb Rüdiger auf der Bank, Süle wurde zumindest eingewechselt. Es deutet daher mit Blick auf das Spiel gegen Schweden einiges auf Süle hin.

Rüdiger ist an eine Dreierkette gewöhnt

Die Mexikaner hatten Hummels im deutschen Spielaufbau zugestellt und somit den Ball meistens auf die rechte Seite gelenkt. Ob die Schweden eine ähnliche Taktik planen, ist fraglich. Dieser Aspekt dürfte daher vernachlässigt werden.

Der ehemalige Hoffenheimer Süle ist davon überzeugt, dass er in seinem ersten Jahr bei den Bayern "nochmal einen Sprung gemacht" habe. Aber auch Rüdiger entwickelte sich beim FC Chelsea. Er kam in der vergangenen Saison auf 27 Einsätze in der Premier League und sechs in der Champions League. Würde es darum gehen, einen Platz in einer Dreierkette zu besetzen, würde er Vorteile haben, denn auf die setzte Trainer Antonio Conte bei Chelsea.

Löw: "Hummels wird sehr wahrscheinlich nicht spielen"
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Über eine Änderung der Grundformation wurde auch bei der deutschen Mannschaft spekuliert. Sämtliche fünf Spiele des Confed Cups, den die Auswahl des DFB im Sommer 2017 gewann, wurden mit einer Dreierkette angegangen. Im Kalenderjahr 2018 setzte Löw aber stets auf eine Viererkette. Er wolle "auch nicht alles über den Haufen werfen", hatte der Bundestrainer nach der Auftaktniederlage gesagt.

Da Jonas Hector, der gegen Mexiko wegen einer Erkältung fehlte, für Marvin Plattenhardt auf die linke Seite rückt und Marco Reus in der Startelf erwartet wird, gäbe es bei einem Ausfall von Hummels schon drei Wechsel.

Theoretisch könnte dann Joshua Kimmich zusammen mit Boateng und Rüdiger eine Dreierkette bilden, aber dann wäre die Frage, wer den Münchner im rechten Mittelfeld ersetzt. Joachim Löw gab bei allen Planspielen zu bedenken, dass unabhängig von der Formation wichtig sei, dass "die Räume richtig besetzt werden". In dieser Beziehung lief gegen Mexiko vieles falsch.

Gegnercheck: Schweden mit guter Ordnung
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Quelle: sportschau.de

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