Englands John Stones (2.v.l.) feiert mit seinen Mannschaftskameraden seinen Treffer zum 4:0 gegen Panama | Bildquelle: Getty Images

Sieg gegen Panama England im Torrausch

Stand: 24.06.2018 18:02 Uhr

England hat gegen Panama am 2. Spieltag der Gruppe G bei der Fußball-WM 2018 mit 6:1 (5:0) gewonnen und damit einen historischen Sieg errungen.

England gegen Panama - die Zusammenfassung
WM 2018: England gegen Panama - die Zusammenfassung

Die Tore für England im Stadion von Nischni Nowgorod schossen am Sonntagnachmittag (24.06.2018) John Stones (8. Minute/40.) Harry Kane (22./FE, 45.+1/FE, 62.) und Jesse Lingard (36.). Den Ehrentreffer für Panama erzielte Felipe Baloy (78.). Die Briten haben somit eine historische Marke gesetzt, hatten zuvor nie mehr als vier Treffer in einem WM-Spiel geschossen. Das Team von Gareth Southgate hat durch den Kantersieg wie Belgien das Achtelfinale erreicht und ist seit zwölf Länderspielen ungeschlagen. Für WM-Debütant Panama ist das Turnier ebenso beendet wie für Tunesien.

"Das war fantastisch! Alle haben sehr gut gespielt und wir hatten Spaß zusammen. Natürlich bin ich sehr glücklich, gar keine Frage", sagte Kane nach dem Abpfiff. Als erst dritter englischer Spieler nach Geoff Hurst (1966) und Gary Lineker (1986) traf er dreimal in einem WM-Spiel.

Umstrittener Sterling wieder in der Startelf

Southgate bot im Mittelsturm erneut neben Kane den vielkritisierten Raheem Sterling auf, obwohl dieser eher ein Flügelspieler ist und es in 39 Länderspielen gerade einmal auf zwei Tore gebracht hat. Für den verletzten Dele Alli begann Ruben-Loftus-Cheek. Panamas Trainer Hernan Dario Gomez vertraute derselben Startelf wie beim 0:3 gegen Belgien.

Schrecksekunde für England

Schon der Last-Minute-Sieg gegen Tunesien hatte in England für große Erleichterung, fast für Euphorie gesorgt. Euphorisch begannen jedoch die Panamaer nach einem Fehlpass von Stones. Anibal Godoy (5.) stürmte übers halbe Feld, bekam an der Strafraumgrenze den Ball serviert, jagte ihn jedoch völlig freistehend überhastet in Richtung Tribüne. Panama blieb mutig, doch drei Minuten später folgte der erste Dämpfer durch die bei Standards brandgefährlichen Engländer. Nach einer Ecke versenkte Stones den Ball per Kopf vom Elfmeterpunkt zur Führung.

Kane vollstreckt eiskalt

Phantom-Regel: Panama versucht den schnellen Anstoß
Panama mit dem Versuch des schnellen Anstoßes

Panama ließ sich nicht entmutigen, versuchte gegen die spielerisch dominanten "Three Lions" immer wieder zu kontern. Ein Schuss (16.) Edgar Barcenas' aus 20 Metern rauschte haarscharf am linken Pfosten vorbei. Dann der nächste Rückschlag: Fidel Escobar und Panamas Kapitän Roman Torres nahmen im Strafraum Jesse Lingard in die Zange, der ägyptische Schiedsrichter Ghead Grisha gab in seinem ersten WM-Spiel sofort Elfmeter. Englands Torjäger Kane jagte den Strafstoß eiskalt oben links ins Eck.

Tore gefühlt im Minutentakt

Mit der komfortablen Führung im Rücken verlegten sich die Engländer auf eine ökonomische Spielweise, um bei Temperaturen von über 30 Grad keine Kräfte zu vergeuden. Auch das reichte für ein Schützenfest schon vor dem Pausenpfiff. Nach Zuspiel von Sterling machte der starke Lingard zehn Minuten vor der Halbzeit alles klar, als er den Ball von der Strafraumgrenze traumhaft ins obere rechte Eck zirkelte. Es war der erste englische Treffer bei dieser WM, der nicht nach einem Standard fiel.

Dann staubte der überragende Stones nach einer spektakulären Freistoßvariante per Kopf zum 4:0 ab. Und nach einem Foul an ihm im Strafraum vollstreckte Kane erneut per Strafstoß zum 5:0 - es war eine Kopie seines ersten.

Panama desillusioniert

Im zweiten Durchgang verlegten sich die Briten auf entspannte Ergebnisverwaltung und überließen den Panamaern mehr Spielanteile. Die desillusionierten Mittelamerikaner sahen aber ein, dass sie im Konzert der Großen nicht mithalten können und waren in erster Linie um Schadensbegrenzung bemüht. Dennoch mussten sie noch das 0:6 schlucken, als Kane einen Schuss von Loftus-Cheek unbeabsichtigt ins Tor abfälschte. Es war sein 13.Treffer in den vergangenen neun Länderspielen!

Verdienter Ehrentreffer

Die Chance auf Panamas Ehrentreffer vergab erst Michael Murillo (66.), als er Englands Keeper Jordan Pickford aus spitzem Winkel nicht mit einem Lupfer überlisten konnte. Nach Kopfballverlängerung von Abdiel Arroyo beförderte Torres den Ball knapp am englischen Tor vorbei. Die Panamaer ließen sich weiterhin nicht hängen und kamen nach Freistoßhereingabe von Ricardo Avila durch Baloy doch noch zu ihrem ersten WM-Tor, das ihre Fans wie den Titelgewinn feierten.

England und Belgien spielen nun am Donnerstag (28.06.2018) ab 20 Uhr um den Sieg in Gruppe G. Panama und Tunesien geben zur selben Zeit gegeneinander ihre Abschiedsvorstellung von dieser WM.

Quelle: sportschau.de

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