Spieler von Porto bejubeln das Tor zum 1:0 während Jewgeni Konopljanka von Schalke vorbei geht.  | Bildquelle: dpa

Champions League Schwache Schalker kommen weiter

Stand: 28.11.2018 22:45 Uhr

Gegen den FC Porto lässt Schalke 04 die spielerischen Mittel vermissen, um vorne selbst Torgefahr auszustrahlen, verliert gegen in allen Belangen überlegene Portugiesen mit 1:3 (0:0) - und feiert die Qualifikation für die K.o.-Runde deshalb wohl mit gemischten Gefühlen.

Von Julian Tilders

Eine gehörige Portion Druck verschwand rund zehn Minuten vor Anpfiff des Spiels zwischen dem FC Porto und Schalke 04 ganz von alleine. Im Spiel um 18.55 Uhr hatte Lokomotive Moskau mit dem Ex-Schalker Jefferson Farfan ordentlich Schützenhilfe geleistet und durch einen 2:0 (1:0)-Sieg Galatasaray Istanbul einen Strich durch die Achtelfinal-Rechnung gemacht. Somit standen Schalke und Porto uneinholbar als Teilnehmer der K.o.-Runde fest, ohne selbst einen Meter gelaufen zu sein.

Immerhin ging es aber noch um den Gruppensieg und die damit verbundene vermeintlich günstigere Ausgangslage fürs Achtelfinale.

Schalke verteidigt diszipliniert

Die Schalker Gäste begannen engagiert und diszipliniert, Stürmer Franco di Santo und Co. pressten zunächst früh. Porto wurde von der stabilen Grundordnung der "Königsblauen" in der Anfangsphase vor ein unlösbares Problem gestellt, doch nach einer Viertelstunde drängten die Portugiesen dann mehr ins Angriffsdrittel. S04-Torwart Ralf Fährmann musste zweimal per Flugparade eingreifen. Nach vorne gelang Schalke wenig bis gar nichts.

In Spielminute 35 stürzte Stürmer Steven Skrzybski auf seine Schulter, konnte zunächst weitermachen, aber wurde dann vermutlich aufgrund einer davongetragenen Blessur von Trainer Domenico Tedesco in der Kabine gelassen. Für ihn startete Amine Harit in Hälfte zwei.

Doppelschlag innerhalb von drei Minuten

Nach der Pause konnte Schalke dann sämtliche in der Kabine besprochenen taktischen Ausrichtungen über Bord werfen, denn Eder Militao köpfte nach einer Eckstoßvariante zum 1:0 für Porto ein (52.). Nur drei Minuten später stand die Schalker Defensive dann für Jesus Corona Spalier, der nach Doppelpass mit Yacine Brahimi unbedrängt aus kurzer Distanz auf 2:0 (55.) erhöhen konnte.

In der Folge verfiel Schalke bezüglich der Offensivarbeit zunehmend in alte Muster zurück. Ungeachtet einiger uninspirierter Flugbälle, die vereinzelt auch noch zu lang gerieten, fand die Schalker Elf kein probates Mittel, um die aggressiv und geordnet verteidigende Porto-Abwehr zu knacken. Meist war S04 selbst mit der Verteidigung von schnell vorgetragenen Angriffen Portos voll ausgelastet, nach vorne lief weiterhin bei einer Passquote von 74 Prozent nichts zusammen.

Ein verwandelter Handelfmeter von Nabil Bentaleb nach Handspiel von Oliver Torres zum 1:2-Anschlusstreffer (89.) blieb Ergebniskosmetik, Moussa Marega legte sogar noch das 3:1 für Porto (90.+4) obendrauf. "Wir hatten Portos offensive Qualität in der ersten Halbzeit gut im Griff. In der zweiten Hälfte wurden wir für zwei Fehler zweimal bestraft. Bei Militaos Kopfballtor haben wir alle nur zugeguckt. Dann haben wir die Kontrolle verloren, in der Champions League wird das sofort bestraft", analysierte Verteidiger Naldo die Schalker Mängel nach der Partie.

Schalke mit gemischten Gefühlen

Auch die taktische Umstellung von einem auf zwei Sechser, um Überzahl im Mittelfeld zu schaffen, trug keine Früchte. Die Defensive wurde kontinuierlich unsicherer, stets wirkte Porto frischer und über weite Strecken dominant. Die Portugiesen waren einfach eine Nummer zu groß für Schalke. Immerhin ist der Schaden gering, denn S04 zieht aufgrund der Schützenhilfe von Lokomotive Moskau der Niederlage zum Trotz ins Achtelfinale der Königsklasse ein. Richtige Partystimmung dürfte nach der durchwachsenen Vorstellung aber nicht aufkommen. Daniel Caligiuri gab nach dem Abpfiff zu: "Jetzt direkt nach dem Spiel überwiegt natürlich der Frust."

Der Gruppensieg geht verdientermaßen an den FC Porto, Schalke erwartet auf dem zweiten Platz nun vermutlich das härtere Los im Achtelfinale. Und spätestens dort muss dringend eine Steigerung im Vergleich zur Leistung gegen den portugiesischen Meister her.

Das letzte Heimspiel gegen Moskau am 11. Dezember ist für die Mannschaft von Tedesco sportlich ohne Bedeutung. Mit dem erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde der Königsklasse seit vier Jahren darf sich der Revierklub allerdings über eine weitere Einnahme von 9,5 Millionen Euro freuen. Ein Schmerzensgeld, das Königsblau nach der klaren Niederlage erstmal trösten dürfte.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 28. November 2018 um 00:00 Uhr.

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