Naomi Osaka und Serena Williams bei den US Open | Bildquelle: AFP

US Open Williams muss Strafe zahlen

Stand: 09.09.2018 19:12 Uhr

Serena Williams beschimpft Schiedsrichter Carlos Ramos
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Serena Williams beschimpft Schiedsrichter Carlos Ramos.

In einem denkwürdigen Endspiel der US Open hat Naomi Osaka für den ersten japanischen Grand-Slam-Titel der Tennis-Geschichte gesorgt - und Serena Williams für einen Eklat.

Beim 6:2, 6:4-Sieg der 20-jährigen Osaka am Samstag (08.09.2018, Ortszeit) in New York verlor Williams nach drei Verwarnungen kampflos das Spiel zum 3:5 im zweiten Satz. Die erste gab es wegen unerlaubten Coachings, die zweite, weil sie ihren Schläger zertrümmerte. Als sie Schiedsrichter Carlos Ramos kurz darauf als "Dieb" bezeichnete, gab es die dritte Verwarnung und den folgerichten Spielverlust.

Tennis - Williams verliert Skandal-Finale gegen Osaka
sportschau
10.09.2018 11:16 Uhr

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Zertrümmerter Schläger

Später warf Williams Ramos vor, er hätte nie einen Mann mit einem Spielabzug bestraft: "Ich habe andere Männer gesehen, die andere Dinge zu anderen Schiedsrichtern gesagt haben. Ich bin hier, um für Frauenrechte, Gleichberechtigung und all das zu kämpfen. Ich habe ihn als Dieb bezeichnet, weil er mir ein Spiel weggenommen hat, das fühlt sich für mich sexistisch an. Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen."

Tennislegende Billie Jean King schlug sich später via Twitter auf die Seite von Williams und prangerte eine "Doppelmoral" im Tennis an, die Frauen benachteilige.

Vom Schiedsrichter-Büro des Grand-Slam-Turniers wurde Williams am Sonntag zu einer Geldstrafe von 17.000 US-Dollar verurteilt. Die Geldbuße wird von den 1,85 Millionen Dollar für Williams' Finalteilnahme abgezogen.

Osaka erhält 3,8 Millionen Euro für den Sieg

Angesichts der Aufregung ging die historische Leistung von Osaka beinahe ein wenig unter. Die seit der Kindheit in den USA lebende Siegerin dankte den Fans denn auch eher schüchtern. "Es war immer mein Traum, gegen Serena in einem Grand-Slam-Finale zu spielen. Ich bin froh, dass ich das machen konnte", sagte sie nach einer langen Umarmung mit ihrer japanischen Mutter auf der Tribüne. Die 20-Jährige erhält für ihren Triumph 3,8 Millionen Dollar.

Williams verpasste durch die Niederlage in der 1:19 Stunden langen und oft hochklassigen Partie ihren siebten Erfolg bei den US Open und wie schon zuletzt beim verlorenen Wimbledonfinale gegen Angelique Kerber ihren insgesamt 24. Grand-Slam-Titel.

Vor den fast 24.000 Fans im Arthur-Ashe-Stadium, dessen Dach wegen Regens geschlossen war, verlief die Partie zunächst ähnlich einseitig wie das erste Duell vor knapp einem halben Jahr in Indian Wells, wo Osaka ihren bislang einzigen Turniersieg feierte. Dort war Williams nach ihrer Schwangerschaft noch nicht wieder in alter Form.

Williams fordert Entschuldigung

Nach dem klar verlorenen ersten Satz gelang ihr mit dem nun erwachten Kampfgeist in der sehenswerten, schnellen Partie im zweiten Satz endlich das erste Break zum 3:1. Doch prompt verlor Williams ihren eigenen Aufschlag und zertrümmerte ihren Schläger.

Als Ramos sie daraufhin erneut verwarnte, brüllte sie ihn an: "Ich betrüge nicht, lieber verliere ich. Sie schulden mir eine Entschuldigung." Nach dem nächsten Ausfall verhängte er die nächste Strafe. "Sie haben mir einen Punkt gestohlen", schimpfte sie und weinte. Nach der dritten Verwarnung kam sogar Oberschiedsrichter Brian Earley auf den Platz, es gab Buhrufe.

Williams verkürzte auf 4:5, wenig später machte die Weltranglisten-19. Osaka ihren Triumph perfekt.

Thema in: Sport am Sonntag, Deutschlandfunk, Sonntag, 09.09.18, ab 19.10 Uhr

Quelle: sportschau.de

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