Anstieg in Bagneres de Luchon | Bildquelle: imago sportfotodienst

Tour de France Eine Etappe, wie es sie noch nie gab

Stand: 16.07.2018 14:35 Uhr

Die Tour de France will attraktiver werden: kürzer, schneller, abwechslungsreicher. Auf der 17. Etape wird man sehen, was das bedeutet: Auf 65 Kilometern geht's rauf und runter. Die Top-Fahrer werden dabei kaum auf Helfer bauen können.

Christian Prudhomme, Direktor der Tour de France, spricht begeistert von einer "Etappe für Kämpfer". Die Radsport-Fans werden den Tagesabschnitt der 17. Etappe von Bagnères-de-Luchon auf den Col de Portet mit Spannung entgegensehen: Nur 65 Kilometer lang, soll es an diesem Tag den ultimativen Schlagabtausch der Gesamtklassement-Fahrer geben. Dafür haben die Tour-Verantwortlichen gesorgt.

Mehr Action, mehr Abwechslung. Weg von den zähen langen Etappen, auf denen unterwegs nicht viel passiert. Die 17. Etappe ist so etwas wie ein Testballon. Es ist die kürzeste Etappe seit 30 Jahren. Damals wurde einmal über 38 km von Tarbes nach Pau gefahren - allerdings nur auf einer vormittäglichen Halbetappe.

Schlagabtausch vom Start weg

Ohne Zeit, sich irgendwie warmzufahren oder das Rennen taktisch irgendwie vorzubereiten geht es vom Start weg vom 637 Meter hoch liegenden Bagnères-de-Luchon hinauf zur Montée de Peyragudes. Ein 15-Kilometer-Abschnitt, auf dem gut 1.000 Höhenmeter zu überwinden sind. "Wir werden den Fahrern eine Aufwärmzone am Fuße des Col de Peyresourde einrichten und dann werden sie direkt in den Berg hinein starten", erklärt Prudhomme.

Der Grid-Start auf der 17. Etappe
Der Grid-Start auf der 17. Etappe

Es folgt eine Abfahrt über neun Kilometer, dann fünf Kilometer Flachpassage. Dann ein Acht-Kilometer-Anstieg hinauf zum Col de Val Louron-Azet, ehe es erneut elf Kilometer bergab geht. Schließlich der finale Anstieg: Von 822 Metern in Vignec über erst jüngst asphaltierte 17,5 Kilometer hinauf auf den 2.200 Meter hoch gelegenen Col de Portet. Es ist der höchste Punkt der Tour, noch einmal 100 Meter höher als der Tourmalet.

Top-Fahrer müssen ohne Helfer auskommen

Das zu erwartende Spektakel wird noch durch dem Umstand verschärft, dass in der Reihenfolge der Gesamtwertungs-Platzierung gestartet wird. Die Top-Fahrer starten wie in der Formel 1 hintereinander: Der Gesamtführende von der Pole Position, die folgenden einzeln danach. Die weiteren Fahrer werden in vier Gruppen aufgeteilt. Heißt: Diejenigen Gesamtklassement-Fahrer, die ihre Helfer in der Gesamtwertung weit hinten haben, werden sie an diesem Tag vermutlich gar nicht zu sehen bekommen.

Ein weiteres Problem wird es für die Sprinter geben, die Mühe haben werden, das Ziel in der Karenzzeit zu erreichen. Spätestens am zweiten Berg werden sich große Rückstände angehäuft haben, die im Ziel zum Ausschluss einer ganzen Reihe von Fahrern führen könnten. Gut möglich, dass die Tour-Verantwortlichen an diesem Tag gar nicht anders können, als eine Ausnahmeregelung zu finden. Sonst müssten sie womöglich nach der 17. Etappe ohne Sprinter weiterfahren.

Quelle: sportschau.de

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