Marcos Rojo hat getroffen | Bildquelle: AFP

FIFA-WM 2018 Argentinien rettet sich ins Achtelfinale

Stand: 26.06.2018 22:59 Uhr

Argentinien hat den Kopf noch einmal aus der Schlinge gezogen und ist doch noch ins WM-Achtelfinale eingezogen. Gegen Nigeria gelang ein nicht mehr für möglich gehaltener Last-Minute-Sieg. Der Held des Abends war ein Verteidiger.

Argentiniens Fußballer feierten am Dienstag (26.06.2018) einen späten 2:1 (1:0)-Sieg gegen Nigeria und haben damit den frühen WM-K.o. verhindert. Als Tabellenzweiter zogen sie hinter Gruppensieger Kroatien ins Achtelfinale ein.

Nigeria gegen Argentinien - die Zusammenfassung
FIFA-WM-2018: Nigeria gegen Argentinien - die Zusammenfassung

"Es war wunderbar"

Lionel Messi (14. Minute) hatte Argentinien in Führung geschossen, doch ein verwandelter Elfmeter von Victor Moses brachte Nigeria das zwischenzeitliche 1:1 (49.). In der 85. Minute erzielte der aufgerückte Innenverteidiger Marcos Rojo das 2:1.

Rojo war überglücklich: "Es war wunderbar. Wir haben für ganz Argentinien gewonnen." Nigeria war das geschlagene Team und am Ende tieftraurig. "Es tut unglaublich weh. Wir haben alles rausgehauen, es hat nicht gereicht", meinte Bundesliga-Profi Leon Balogun nach dem Spiel. Sein Trainer Gernot Rohr meinte: "Meine Mannschaft hat alles gegeben. Sie hat viel gelernt und wird in vier Jahren stärker zurückkommen."

Gernot Rohr: "Es lag an ein paar Zentimetern"
Interview Gernot Rohr und Leon Balogun

Jung gegen Alt in St. Petersburg

Jung gegen Alt trat an im abendlichen Sankt Petersburg: Nigeria mit dem jüngsten Team dieser WM forderte mit Argentinien die älteste Mannschaft des Wettbewerbs. Nach den bisher enttäuschenden beiden Auftritten gegen Island (1:1) und Kroatien (0:3) hatten nicht wenige Experten erwartet, dass Argentinien an diesem Abend von den talentierten Afrikanern ins nächste Waterloo geschickt werden könnten.

Doch zunächst war das weit gefehlt: Die jungen Westafrikaner zahlten erst einmal eine Menge Lehrgeld, kamen gegen die diszipliniert und fokussiert auftretenden Messi und Co. überhaupt nicht zum Zug. Rojo und Nicolas Otamendi bauten für Argentinien von hinten konzentriert auf, zentral führte der so gerade noch 29-jährige Ever Banega gekonnt Regie. Und dann hatten sie eben noch Messi.

Messi markiert das frühe 1:0

Der Superstar hatte seinen großen Auftritt in der 14. Minute: Nigerias 22jähriger Stürmer Kelechi Iheanacho verlor den Ball zum wiederholten Mal fahrlässig gegen Rojo. Den zweiten Kardinalfehler begingen die Abwehrspieler Nigerias, indem sie Messi aus den Augen ließen. Der tauchte nach Banegas feinem Flugball halbrechts allein vor Keeper Francis Uzoho auf und ließ diesem mit einem halbhohen Schuss aus 14 Metern ins lange Eck keine Chance. 1:0 für Argentinien.

Den zuvor eine knappe Woche lang von ihren Medienvertretern zerrissenen "Gauchos" fiel sichtbar eine Last von den Schultern. Und sie hätten nachlegen können: Gonzalo Higuain brachte die Kugel nach Messi-Pass aus acht Metern nicht an Uzoho vorbei (27.). Balogun konnte danach den enteilten Angel Di Maria in der 32. Minute nur per Notbremse stoppen und kam dabei mit der Gelben Karte außerordentlich gut davon.

Argentinien verliert die Linie

Doch wie schon im Kroatien-Spiel verloren die Argentinier nach dem Seitenwechsel schnell ihre Linie. Der zuvor schon schwache Javier Mascherano rang in der 49. Minute nach einem Eckball Balogun im Strafraum zu Boden - Strafstoß. Moses ließ sich nicht verunsichern und verwandelte zum 1:1.

Nun wurde es hektisch. Phasenweise drohte die Partie angesichts zahlreicher Scharmützel aus den Fugen zu geraten, doch der gut leitende Unparteiische Cüneyt Cakir aus der Türkei konnte die Szenerie wieder beruhigen. Aber nicht zugunsten Argentiniens, bei denen Messi nun erstaunlicherweise völlig abtauchte. Die Südamerikaner hätten sich nicht beklagen können, wenn es in der 76. Minute den nächsten Elfmeter gegen sie gegeben hätte. Nach Rojos Handspiel und Videobeweis entschied sich Cakir aber gegen den Strafstoß.

Higuain vergibt - Rojo trifft

Argentiniens Chance, das Drama noch abzuwenden, vergab zunächst Gonzalo Higuain, der in der 81. Minute eine Vorlage von Messi nicht nutzen konnte. Aus 15 Metern jagte er den Ball in die Wolken. Aber dann kam Rojo: Nach einer Linksflanke hielt er 15 Meter vor dem Tor gekonnt den Fuß hin und schickte die Kugel ins linke untere Eck. Argentinens Jubel war schier unbeschreiblich. Und Nigeria trauerte. Die Westafrikaner waren damit ausgeschieden.

Argentinien trifft damit im Achtelfinale am Samstag (30.06.2018) auf Frankreich. Kroatien bekommt es dann mit Dänemark zu tun.

Quelle: sportschau.de

Darstellung: