Die russische Flagge und die der Olympischen Spiele wehen nebeneinander.

Doping-Vorwürfe WADA sperrt Russland für vier Jahre

Stand: 09.12.2019 18:05 Uhr

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hat im Skandal um manipulierte Daten eine Vierjahressperre gegen Russland verhängt. Das Land darf damit nicht an den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen. Moskau will Einspruch einlegen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat Russland wegen der Manipulation von Labordaten für vier Jahre von allen internationalen Sportgroßereignissen ausgeschlossen. Damit darf Russland als Nation unter anderem nicht an den beiden kommenden Olympischen Spielen in Tokio 2020 und Peking 2022 teilnehmen.

Russische Sportler dürfen aber unter bestimmten Voraussetzungen als neutrale Athleten ohne Nationalflagge teilnehmen. Zudem entzog die WADA der nationalen Anti-Doping-Agentur RUSADA die Zulassung bis 2023.

Das WADA-Exekutivkomitee folgte damit in Lausanne einstimmig einer Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC. Das Internationale Olympische Komitee hatte bereits zuvor angekündigt, die Sanktionen gegen Russland zu unterstützen und das WADA-Urteil zu akzeptieren. "Der Beschluss ist für uns bindend", hatte IOC-Präsident Thomas Bach betont.

Moskau will Urteil anfechten

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedjew kritisierte die Strafen gegen sein Land als "antirussische Hysterie" von chronischem Ausmaß. Die Sperrung von Russland für die Olympischen Spiele in den kommenden vier Jahren sei Teil einer gegen das Land gerichteten Kampagne, sagte er der Agentur Interfax zufolge. Medwedjew räumte zwar ein, dass Russland erhebliche Probleme mit Doping habe. "Ich kann das nicht leugnen", sagte er. Trotzdem hält er es nicht für gerechtfertigt, dafür die Athleten zu bestrafen.

Russland müsse beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Einspruch einlegen gegen die Strafen, sagte Medwedjew. Als aussichtslos bezeichnete das aber der Chef der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada, Juri Ganus. Vielmehr müsse untersucht werden, wie es zu der von der WADA nun bestraften massenhaften Manipulation von Daten in einem Moskauer Analyselabor gekommen sei.

Die Vize-Chefin der Rusada, Margarita Pachnozkaja, erklärte, Beteuerungen von Sportfunktionären zum Trotz habe sich im Umgang mit Doping in Russland nichts grundlegend geändert in den vergangenen Jahren. Die WADA-Entscheidung sollte der russischen Sportpolitik Anlass zum Nachdenken geben.

Die Bundesregierung begrüßte die vierjährige Sperre gegen Russland. Ein Sprecher des für den Sport zuständigen Innenministeriums lobte die WADA dafür, dass sie Doping derart konsequent verfolge.

Hajo Seppelt, ARD Dopingexperte, zur WADA-Entscheidung
tagesschau 14:00 Uhr, 09.12.2019

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Manipulation von Dopingdaten

Hintergrund der Sanktionen sind Datenmanipulationen von Dopingtests in einem russischen Kontrolllabor. Forensische Untersuchungen durch WADA-Experten hatten ergeben, dass die Dopingdaten aus dem Moskauer Labor von 2012 bis 2015 unvollständig sind - Daten zu 145 mutmaßlichen Dopingfällen wurden gefälscht oder gelöscht. Dies konnte im Vergleich mit einer der WADA 2017 von einem Whistleblower zugespielten Datenkopie nachgewiesen werden. Dabei hat Russland nach WADA-Angaben "Hunderte von mutmaßlichen nachteiligen Analyseergebnissen gelöscht oder geändert".

Der russische Sportminister Pawel Kolobkow hatte dagegen eine Manipulation bestritten und die Diskrepanzen in den Labordaten auf technische Probleme zurückgeführt. Bereits bei den Winterspielen in Pyeongchang 2018 durfte Russland keine eigene Mannschaft stellen. Letztlich gingen 168 Sportler als "Olympic Athletes from Russia" an den Start. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Dezember 2019 um 11:00 Uhr.

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