Donald Trump | Bildquelle: REUTERS

Umstrittene US-Pläne Trump schaltet sich in 3D-Waffenfrage ein

Stand: 31.07.2018 16:58 Uhr

Ab morgen will eine US-Firma Vordrucke für Waffen aus dem 3D-Drucker ins Netz stellen. Nach dem Widerstand mehrerer Bundesstaaten hat US-Präsident Trump nun angekündigt, sich selbst mit dem Thema zu befassen.

US-Präsident Donald Trump hat sich per Twitter in die Debatte darum eingeschaltet, ob Pläne für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern im Internet veröffentlicht werden sollen. In einem Tweet äußert er sich skeptisch. "Scheint nicht sehr sinnvoll zu sein", schrieb er. Er habe das Thema schon mit der US-Waffenlobby besprochen und nehme sich noch einmal der Frage an, ob "3D-Plastikwaffen in der Öffentlichkeit verkauft werden sollen".

Trumps eigene Regierung hat den umstrittenen Vergleich mit der Organisation Defense Distributed geschlossen. Dadurch wird dieser ermöglicht, Waffenpläne für 3D-Drucker ins Netz zu stellen. Die Organisation aus Texas hatte angekündigt, die Vorlagen von diesem Mittwoch an zum Herunterladen anzubieten.

Klage gegen Trump-Regierung

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, hatte am Montag bei einem Bundesgericht in Seattle eine einstweilige Verfügung dagegen beantragt. Der Anwalt von Defense Distributed forderte das Gericht daraufhin in einem Schreiben dazu auf, den Antrag "in seiner Gesamtheit" abzulehnen. Ferguson reichte wegen des Vergleichs zudem Klage gegen Trumps Regierung ein. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington schlossen sich an.

"Ich habe eine Frage an die Trump-Regierung: Warum ermöglichen Sie gefährlichen Kriminellen einfachen Zugang zu Waffen?", kritisierte Ferguson. Die per Download verfügbaren Waffen müsse man nicht registrieren. Sogar von Metalldetektoren würden sie nicht erkannt. Und jeder - ungeachtet von Alter, psychischer Verfassung und Vorstrafen - könne sie haben.

Überraschende Kehrtwende Ende Juni

Einen ersten Entwurf für eine solche Waffe hatte Cody Wilson, Gründer von Defense Distributed, bereits 2013 online gestellt. Die Vorlagen wurden damals etwa 100.000 Mal heruntergeladen, auch von Nutzern außerhalb der USA. Das US-Außenministerium schritt rasch ein und zwang Wilson mit Verweis auf die Waffenexportgesetze, die digitalen Anleitungen wieder aus dem Netz zu nehmen. Es folgte ein langer Rechtsstreit.

Ende Juni kam dann die überraschende Kehrtwende: Trumps Regierung zog die Einwände zurück. Bald kündigte Wilson an, wieder Vorlagen für 3D-Drucker-Waffen ins Netz zu stellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2018 um 04:57 Uhr.

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