Die Absturzstelle der Ethiopian-Airlines-Maschine | Bildquelle: dpa

Flugzeugabsturz in Äthiopien Wohl auch Deutsche unter den 157 Toten

Stand: 11.03.2019 04:04 Uhr

Beim Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien sind nach Angaben der Fluggesellschaft alle 157 Insassen ums Leben gekommen. Wahrscheinlich sind auch Deutsche unter den Todesopfern - sowie auch zahlreiche Mitarbeiter der UN.

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern eines verheerenden Flugzeugabsturzs in Äthiopien sind. "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Äthiopien sind. Das Auswärtige Amt und die Botschaft Addis Abeba stehen mit Ethiopian Airlines und den äthiopischen Behörden in engem Kontakt, um dazu schnellstmöglich gesicherte Informationen zu erhalten", teilte das Ministerium mit.

Einer Liste der Airline zufolge waren fünf Deutsche an Bord der Maschine - sowie viele weitere Europäer. Insgesamt seien 149 Passagiere und acht Crew-Mitglieder an Bord gewesen.

Bei dem Absturz einer Boeing 737-8 MAX der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines sind alle 157 Insassen ums Leben kommen. Die Maschine war am Sonntagmorgen sechs Minuten nach dem Start von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit dem Ziel Nairobi verunglückt. Die Ursache ist noch unklar. Heute soll mit der Identifizierung der Opfer sowie der Klärung des Absturzes begonnen werden. In den weit verstreuten Trümmern des Flugzeugs suchen Helfer nach den Black Boxes - den Flugschreibern mit den Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche.

Flugzeugabsturz in Äthiopien: Auch Deutsche unter den Opfern
tagesschau 20:00 Uhr, 10.03.2019, Caroline Imlau, ARD Nairobi

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Todesopfern aus 35 Ländern

Die Airline teilte mit, dass unter den Todesopfern aus 35 Ländern unter anderem 32 Kenianer, 18 Kanadier, neun Äthiopier sowie jeweils acht US-Amerikaner, Italiener und Chinesen waren. Das US-Außenministerium in Washington bestätigte, dass unter den Opfern auch US-Amerikaner sind, nannte aber keine Zahl.

Die Fluggesellschaft hatte die neue Maschine nach eigenen Angaben erst im November erworben. Die Unglücksmaschine, die von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba in die kenianische Hauptstadt Nairobi fliegen sollte, war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start nahe der Stadt Bishoftu abgestürzt - etwa 50 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt.

Karte: Äthiopien und Kenia
galerie

Die Maschine war auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi.

Nach Notruf Freigabe zur Rückkehr erhalten

Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr erhalten, sagte der Chef der Fluggesellschaft, Tewolde GebreMariam. Der Funkkontakt zur Maschine sei wenige Minuten nach dem Start abgebrochen, hatte die Airline zuvor erklärt.

Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeugs Ende vergangenen Jahres sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen. Der Pilot hatte seit 2010 für die Fluggesellschaft gearbeitet. Die Absturzursache blieb am Sonntag unklar.

Derselbe Flugzeugtyp wie bei Absturz in Indonesien

Nach Angaben des Flugzeugbauers Boeing handelte es sich bei der Unglücksmaschine um einen Flieger vom Typ 737 Max 8. Demnach würde es sich um denselben Flugzeugtyp handeln wie bei dem Absturz einer Lion-Air-Maschine im Oktober in Indonesien, bei dem 189 Menschen ums Leben gekommen waren. Boeing äußerte sich dazu konkret zunächst nicht. Auch in Indonesien hatte es sich um eine fast nagelneue Maschine gehandelt - sie stürzte nur elf Minuten nach dem Start ins Meer. Die chinesische Luftfahrtbehörde teilte mit, dass sämtliche Maschinen vom Typ der Unglücksmaschine im Dienst chinesischer Fluglinien vorerst am Boden bleiben sollen, bis Sicherheitsrisiken ausgeschlossen werden können.

Unter den Opfern in Äthiopien sind nach Angaben von UN-Generalsekretär António Guterres auch Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Genaue Zahlen oder Details nannte Guterres in einer Mitteilung allerdings nicht. Die Vereinten Nationen stünden in Kontakt mit den äthiopischen Behörden, um Details herauszubekommen. Das Unglück mache ihn "zutiefst traurig", sagte Guterres und drückte den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

Absturzstelle der Boeing Boeing 737 Max 8 der Ethiopian Airlines: CEO Tewolde Gebremariam betrachtet ein Trümmerteil | Bildquelle: AP
galerie

Absturzstelle der Boeing. Ethiopian-Airlines-CEO Tewolde Gebremariam betrachtet ein Trümmerteil.

19 UN-Mitarbeiter womöglich tot

Von der Internationalen Organisation für Migration hieß es, dass nach ersten Erkenntnissen 19 Mitarbeiter von UN-Organisationen umgekommen sein könnten. An diesem Montag beginnt in Nairobi eine UN-Umweltkonferenz, bei der Staats- und Regierungschefs, Umweltminister und Experten aus aller Welt erwartet werden.

An Bord des Fliegers starb auch Siziliens Regionalminister für Kultur, Sebastiano Tusa, wie der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, auf Facebook mitteilte. Der 66-jährige Archäologe war auf dem Weg nach Kenia, um dort an einem Unesco-Projekt teilzunehmen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenztelegramm an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed bestürzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb: "Der Tod so vieler Menschen an Bord erfüllt mich mit tiefer Trauer."

Mehrere Unglücke in der Vergangenheit

Ethiopian Airlines gilt als zuverlässige Fluggesellschaft. Sie bietet weltweite Verbindungen an, auch nach Frankfurt am Main, München, London, New York, Bangkok und Dubai.

Es ist allerdings nicht das erste Unglück eines Flugzeugs der Airline. Am 25. Januar 2010 stürzte eine Boeing 737-800 der Fluggesellschaft vor der libanesischen Küste ins Mittelmeer, die 90 Insassen starben.

Im November 1996 wurde eine Maschine der Airline entführt. Sie war ebenfalls auf dem Weg von Addis Abeba nach Nairobi. Die Entführer forderten trotz zu geringer Treibstoffmenge, nach Australien geflogen zu werden. Der Kapitän entschloss sich zu einer spektakulären Notwasserung vor den Komoren, um möglichst viele Passagiere zu retten. 125 Insassen starben, rund 50 überlebten.

Flugzeugabsturz Äthiopien
Linda Staude, ARD Nairobi
11.03.2019 07:01 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 11. März 2019 um 22:45 Uhr.

Darstellung: