Philippinen und die Insel Jolo

Islamistengruppe auf den Philippinen Abu Sayyaf tötet Geisel

Stand: 12.08.2015 10:54 Uhr

Eine von der Islamistengruppe Abu Sayyaf verschleppte philippinische Geisel ist auf der südlichen Insel Jolo tot aufgefunden worden. Laut Polizei war die Leiche enthauptet. Abu-Sayyaf-Mitglieder hatten im April 2014 auch zwei Deutsche verschleppt, sie kamen im Oktober frei.

Die Extremistengruppe Abu Sayyaf hat im Süden der Philippinen einen entführten Dorfvorsteher enthauptet und mit weiteren Tötungen von Geiseln gedroht. Die Leiche wurde am Straßenrand in der Stadt Maimbung in der Provinz Sulu gefunden. Wie die Polizei berichtete, lag der abgetrennte Kopf des Mannes daneben, am Körper des Toten war ein Zettel mit dessen Name befestigt.

Islamisten fordern Lösegeld

Der Dorfvorsteher war im Mai gemeinsam mit zwei Mitgliedern der Küstenwache aus der Hafenstadt Dapitan verschleppt worden. Die mit Al Kaida verbündeten Rebellen von Abu Sayyaf forderten ein Lösegeld in unbekannter Höhe. Die philippinische Regierung lehnte die Zahlung des Geldes ab. Das Schicksal der beiden gemeinsam mit dem Opfer verschleppten Geiseln ist unbekannt.

Deutsche Segler verschleppt

Islamisten der Gruppe Abu Sayyaf hatten im April vergangenen Jahres auch zwei Deutsche verschleppt, die mit ihrer Segelyacht vor der Insel Palawan im Westen des Landes unterwegs waren. Während der Geiselhaft, die sie vermutlich vorwiegend auf Jolo verbrachten, veröffentlichte Abu Sayyaf mehrere Videos online, in denen die Gruppe mit der Ermordung des Paares drohte. Im Oktober kamen die beiden Deutschen frei. Abu Sayyaf zufolge floss Lösegeld.

Abu Sayyaf kämpft auf den mehrheitlich katholischen Philippinen um einen islamischen Staat für die muslimische Minderheit und hat sich immer mehr auf Lösegelderpressungen verlegt. Von den USA wird die Gruppe als Terrororganisation geführt. Rund 400 ihrer Kämpfer sind in verschiedene Splittergruppen aufgeteilt.

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