Demonstranten in Ägypten

Demonstrationen in Ägypten Polizei löst gewaltsam Proteste auf

Stand: 15.04.2016 22:19 Uhr

In Ägypten haben rund 2000 Menschen gegen Präsident Al-Sisi demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Al-Sisi plant, zwei Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien abzutreten. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Tausende Demonstranten haben in mehreren ägyptischen Städten gegen die von Präsident Abdel Fattah Al-Sisi geplante Abtretung zweier Inseln im Roten Meer an Saudi-Arabien protestiert. Außerdem forderten sie den Rücktritt Al-Sisis.

Laut Medienberichten lösten Sicherheitskräfte in Gizeh westlich von Kairo mehrere Proteste mit Tränengas auf, als sich nach den Freitagsgebeten Demonstranten an zwei Moscheen sammelten und in die nahe gelegene Hauptstadt Kairo losmarschierten.

"Hau ab, Al-Sisi"

In Alexandria, der zweitgrößten Stadt des Landes, nahm die Polizei einem Zeitungsbericht zufolge 25 Demonstranten fest. Bei Protesten im Zentrum Kairos riefen laut Deutscher Presse-Agentur Hunderte Demonstranten "Hau ab, Al-Sisi" - eine Parole des Aufstands vor fünf Jahren, der den langjährigen Machthaber Husni Mubarak stürzte. Ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften hielt die Menschen davon ab, zum nahegelegenen Tahrir-Platz, dem Zentrum der Massendemonstrationen im Frühjahr 2011, zu laufen.

Erste größere Proteste seit zwei Jahren

Die Proteste waren die ersten größeren in Ägypten seit Jahren. Seitdem Al-Sisi an der Macht ist, müssen Demonstrationen in Ägypten vorab von der Polizei genehmigt werden. Ein Regierungsbeamter sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Mena, die Demonstranten seien Mitglieder der verbotenen Muslimbruderschaft. Sie hätten Steine auf die Polizisten geworfen, die mit Tränengas geantwortet hätten.

Die ägyptische Regierung hatte diese Woche verkündet, die Inseln Tiran und Sanafir Saudi-Arabien zu überlassen. Die strategisch wichtigen Inseln am Eingang zum Golf von Akaba waren seit 1950 unter Aufsicht Ägyptens. Kritiker erklärten, Al-Sisi habe sie im Gegenzug für Gelder aus Saudi-Arabien abgegeben. Der Präsident bestreitet das.

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