Afghanisches Militär in Dschalalabad | Bildquelle: dpa

Nach Trumps Gesprächsabbruch Afghanistan hofft auf Waffenstillstand

Stand: 09.09.2019 09:09 Uhr

Wie geht es weiter nach dem abrupten Ende der US-Gespräche mit den Taliban? Die afghanische Regierung bemüht sich weiter um eine Waffenruhe, der US-Teilabzug scheint vorerst vom Tisch.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Das abrupte Ende der Friedensgespräche zwischen den USA und den Taliban hat in Afghanistan unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Nach einer Internet-Umfrage, die der afghanische Fernsehsender Tolo News auf seiner Webseite veröffentlichte, habe die Mehrheit der Befragten die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump begrüßt, die Gespräche mit den Taliban zu beenden. Es gebe aber auch große Sorge vor den Konsequenzen dieser Entscheidung, hieß es.

Die Taliban hatten angekündigt, die USA würden mehr als irgendjemand unter den Folgen der Entscheidung zu leiden haben. Ein Abkommen sei bereits fertig gewesen, hieß es in einer Erklärung. Nun wird mit weiteren Anschlägen und Angriffen gerechnet.

"Kein wirklicher Friedenswillen" der Taliban

Die afghanische Regierung wiederum, die von den Gesprächen in Doha ausgeschlossen war, kündigte an, sich weiter um einen Waffenstillstand zu bemühen. Präsidentensprecher Sediq Sediqqi sagte:

"Die Taliban hatten die Gelegenheit, ein politischer Akteur in Afghanistan zu werden, aber sie haben sie verpasst. Sie haben die Gewalt fortgesetzt, während sie mit dem US-Sondergesandten in Doha verhandelt haben. Wir konnten keinen wirklichen Friedenswillen der Taliban erkennen. Sie haben geredet und gleichzeitig weiter Afghanen getötet."

US-Teilabzug vom Tisch?

Unklar ist, wie es nun weitergeht in Afghanistan. Nach dem Ende der Gespräche ist offenbar auch der bereits angekündigte Teilabzug der US-Truppen erstmal vom Tisch. US-Außenminister Mike Pompeo sagte im Sender NBC, die USA würden die afghanischen Streitkräfte weiter unterstützen, bis sichtbare Fortschritte erzielt würden.

"Notwendig ist eine Vereinbarung, bei der beide Seiten einem Ende der Gewalt zustimmen. Und wir hatten Fortschritte in diesem Bereich gemacht. Außerdem hatten wir die Zusage der Taliban, dass sie sich öffentlich von Al-Kaida distanzieren. Aber wir werden unsere Truppen nicht abziehen, ohne sicher zu sein, dass diese beiden Ziele erreicht sind. Eine Reduzierung unserer Truppen wird nicht auf der Grundlage von Versprechungen erfolgen, sondern aufgrund der realen Situation vor Ort."

Trump bricht Friedensgespräche mit Taliban ab
tagesschau 20:00 Uhr, 08.09.2019, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Afghanisches Militär im Einsatz gegen die Taliban

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Afghanistan - Gespräche beendet - Drohung der Taliban
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
09.09.2019 09:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 08. September 2019 um 23:35 Uhr.

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