Ein verletzter Mann wird in ein Hospital in Dschalalabad eingeliefert | Bildquelle: GHULAMULLAH HABIBI/EPA-EFE/Shutt

Afghanistan Tote bei Angriff auf Gefängnis

Stand: 02.08.2020 21:37 Uhr

Bewaffnete Milizen haben am letzten Tag einer Waffenruhe in Afghanistan ein Gefängnis unter Feuer genommen. Dabei starben drei Menschen, 24 wurden verletzt. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" bekannte sich zur der Attacke.

Mehrere Bewaffnete haben im Osten Afghanistans ein Gefängnis angegriffen. Sie zündeten eine Autobombe und eröffneten das Feuer auf Wachmänner der Haftanstalt in Dschalalabad, wie ein Regierungssprecher der Provinz Nangarhar der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Bei dem Angriff wurden nach Angaben von Behördenvertretern mindestens drei Menschen getötet, mindestens 24 weitere seien verletzt worden. Einige der Angreifer hätten in der Nähe des Gefängnisses Stellung bezogen und verwickelten die Sicherheitskräfte in weitere Gefechte, sagte ein Sprecher der Provinzregierung.

UN-Bericht warnt vor Terrormiliz

Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten, hat sich inzwischen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu der Attacke bekannt. In der Provinz Nangarhar sind sowohl die Taliban als auch mit dem IS verbundene Extremisten aktiv. Am Samstag wurde amtlichen Angaben zufolge ein ranghohes Mitglied dieser IS-Gruppe bei einem Gefecht nahe Dschalalabads getötet.

In einem UN-Bericht vom Juli hieß es, der IS habe rund 2200 Mitglieder in Afghanistan. Die Führungsstruktur sei zwar geschwächt worden, die Gruppe sei aber immer noch in der Lage, schwere Angriffe in mehreren Teilen des Landes auszuführen.

Feuerpause zum Opferfest

Anlässlich des islamischen Opferfestes Eid al-Adha hatten die afghanische Regierung und die Taliban eine dreitägige Waffenruhe vereinbart, die bislang zwischen diesen Parteien gehalten zu haben schien. Sowohl Präsident Aschraf Ghani als auch die Taliban hatten im Vorfeld signalisiert, dass womöglich sofort nach dem Opferfest Friedensgespräche beginnen könnten, das noch bis einschließlich Montag dauert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2020 um 21:00 Uhr.

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