Anwohner versammeln sich am Ort eines Selbstmordanschlages in der afghanischen Hauptstadt Kabul. | Bildquelle: AFP

Afghanistan Tote und Verletzte bei Selbstmordanschlag

Stand: 25.10.2020 09:13 Uhr

Die Gewalt in Afghanistan hört nicht auf: In Kabul starben zahlreiche Schüler bei einem Selbstmordanschlag des IS. Zuvor hatten die Taliban Anschläge verübt. Der Geheimdienst meldete die Tötung eines Al-Kaida-Führers.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Südasien

Bei Anschlägen in Afghanistan sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Ein besonders schwerer Anschlag wurde in Kabul verübt. Ein Selbstmordattentäter der Terrororganisation "Islamischer Staat" sprengte sich vor einer Bildungseinrichtung in der Hauptstadt in die Luft. Laut afghanischem Innenministerium starben 24 Menschen, 57 wurden verwundet.

Mindestens 24 Tote bei Selbstmordanschlag des IS in Kabul
tagesschau 12:00 Uhr, 25.10.2020

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

IS bekennt sich zu Anschlag

Ein Selbstmordattentäter habe versucht, sich Zugang zu der Einrichtung im westlichen Stadtteil Dascht-e Bartschi zu verschaffen, so das Innenministerium. Als er von Sicherheitskräften entdeckt wurde, habe er den Sprengsatz in einer engen Gasse gezündet, hieß es. Unter den Opfern seien vor allem Schülerinnen und Schüler. Sie seien in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden und würden dort behandelt, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Waheed Majroh.

Rohullah, einer der Augenzeugen, berichtet: "Alle Opfer waren Teenager, Jungs und Mädchen, zwischen 17 und 18 Jahre alt. Wir haben die Verletzten und auch die Leichen zum Krankenhaus gebracht. Alles junge Leute."

Seema, eine junge Frau, überlebte den Anschlag, weil sie sich zum Zeitpunkt der Explosion im Innern des Gebäudes aufgehalten hatte. "Vor dem Haus waren viele Schülerinnen und Schüler, denn es war gerade Pause und der Unterricht sollte wieder beginnen. Dann gab es diese Explosion, obwohl Sicherheitsleute da waren. Ich habe überlebt, denn ich habe mich drinnen mit einer Freundin unterhalten", sagt Seema.

Die Taliban hatten umgehend dementiert, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Später bekannte sich die Terrororganisation "Islamischer Staat" zu der Tat. Ein "heldenhafter Märtyrer" habe einen Sprengstoffgürtel in einer Ansammlung von Schiiten gezündet, teilte der IS auf seiner Internetplattform mit.

Angriffe der Taliban

Zuvor waren in der östlichen Provinz Ghazni neun Menschen von einer Bombe am Straßenrand getötet worden. Der Sprengkörper explodierte, als ein Kleinbus vorbeigefahren sei, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs. Als Polizisten zu Hilfe eilten, sei ein zweiter Sprengsatz hochgegangen und habe zwei Beamte getötet. Zu diesem Anschlag hat sich bislang noch niemand bekannt. Medienberichten zufolge gehen die Behörden jedoch davon aus, dass es die Taliban waren.

Wie das afghanische Fernsehen unter Berufung auf das Innenministerium berichtete, gab es allein in dieser Woche mehr als 350 Angriffe der Taliban auf Regierungstruppen und öffentliche Einrichtungen, darunter zwei Selbstmordanschläge und mehr als 50 Sprengstoffanschläge. Mehr als 50 Zivilisten seien dabei ums Leben gekommen, hieß es.

Bei Gegenangriffen der afghanischen Sicherheitskräfte seien mehr als 400 Taliban getötet worden. Unabhängige Bestätigungen für die Angaben gibt es nicht.

Ranghoher Al-Kaida-Anführer getötet

Der afghanische Geheimdienst meldete zudem die Tötung eines ranghohen Al-Kaida-Mitglieds. Abu Muhsin Al-Masri sei der stellvertretende Befehlshaber der Terrororganisation für den indischen Subkontinent gewesen, hieß es in der Mitteilung, die per Twitter verbreitet wurde.

Das US-Justizministerium habe Al-Masri 2018 auf der Liste der am meisten gesuchten Terroristen geführt.

Afghanistan - Dutzende Tote bei Selbstmordanschlag des IS in Kabul
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
25.10.2020 07:56 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 25. Oktober 2020 um 07:09 Uhr.

Darstellung: