Dieses vom afghanischen Sicherheitsrat veröffentlichte Foto soll Taliban zeigen, die in Kabul aus dem Gefängnis entlassen werden. | Bildquelle: AFP

Taliban-Kämpfer in Afghanistan Hochgefährlich und frei

Stand: 14.08.2020 08:20 Uhr

In Afghanistan sind 80 von 400 als besonders gefährlich eingestufte Taliban-Kämpfer aus den Gefängnissen entlassen worden. Die Freilassung war eine Bedingung der Taliban für innerafghanische Friedensgespräche.

Nur wenige Tage nach Unterschrift der Anordnung hat in Afghanistan die Freilassung von etwa 400 Taliban-Kämpfern begonnen, die als besonders gefährlich eingestuft werden. Nach Angaben des nationalen Sicherheitsrats wurden gestern zunächst 80 inhaftierte Taliban entlassen.

Präsident Aschraf Ghani hatte die im Land umstrittene Anordnung am Montag unterzeichnet. Er folgte damit einer Empfehlung der Großen Ratsversammlung. Unter den 400 Inhaftierten sind 156 zum Tode verurteilte Kämpfer, wie eine Liste des nationalen Sicherheitsrats zeigt. Auch mutmaßliche Drahtzieher von Anschlägen - wie dem auf die Deutsche Botschaft 2017 - werden dort genannt.

Die Freilassung galt als wichtigste Forderung der Taliban vor Beginn der Friedensverhandlungen zwischen ihnen und der Regierung in Kabul. In den vergangenen Monaten konnten bereits ungefähr 5000 gefangene Taliban-Kämpfer die Gefängnisse verlassen. Im Gegenzug kamen etwa 1000 Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte frei.

Weniger US-Soldaten im Land

Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Katar ein Abkommen unterzeichnet, das einen Abzug der internationalen Truppen vorsieht. Im Gegenzug versicherten die Taliban, ihre Beziehungen zu anderen Terrororganisationen zu beenden.

Vor wenigen Tagen informierten die USA ihre NATO-Verbündeten über Pläne zum Abzug weiterer US-Soldaten aus Afghanistan. Demnach werden bis Ende November 2020 weniger als 5000 Soldatinnen und Soldaten dort stationiert sein. Zuletzt waren noch etwa 8600 in dem Land. Die Abzugspläne werden von US-Präsident Donald Trump vorangetrieben, der versprochen hatte, die "endlosen" Kriege zu beenden und US-Truppen heimzuholen. Am 3. November findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. August 2020 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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