Ein Kampfflugzeug in einem Flugzeughangar in Kabul.  | Bildquelle: REUTERS

Afghanistan Stärkere Luftwaffe, weniger US-Soldaten

Stand: 20.09.2020 02:45 Uhr

US-Präsident Trump hat angekündigt, die Zahl der US-Soldaten in Afghanistan auf unter 4000 reduzieren zu wollen. Zuvor soll das afghanische Militär gestärkt werden - unter anderem mit Kampfflugzeugen.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Vor dem Hintergrund eines baldigen Abzugs der US-Truppen aus Afghanistan wird die Luftwaffe der afghanischen Streitkräfte weiter verstärkt. Am Militärflughafen in Kabul übergab der Kommandeur der US-Spezialkräfte, General John Deedrick, vor drei Tagen vier neue A-29 Super Tucano Kampfflugzeuge, wie auf Filmmaterial der Nachrichtenagentur AP zu sehen war.

"Die afghanischen Sicherheitskräfte sind professioneller geworden, besser ausgestattet, besser geführt und sie sind heute besser gewappnet, um den Terrorismus zu bekämpfen und die Rahmenbedingungen für Frieden in Afghanistan zu schaffen", so Deedrick.

Bereit "alleine für Sicherheit zu sorgen"

Nach Informationen der US-Tageszeitung "New York Times" haben die USA in den vergangenen Jahren mehr als acht Milliarden US-Dollar in den Aufbau der afghanischen Luftwaffe investiert.

Afghanistan sei bereit, alleine für Sicherheit zu sorgen, so der amtierende Verteidigungsminister Asadullah Khalid, bei der feierlichen Übergabe der neuen Kampfflugzeuge: "Ein lang anhaltender Frieden in unserem Land ist die größte Hoffnung des afghanischen Volkes. Aber wenn der Feind denkt, er könne mit Gewalt alles erreichen, dann irrt er sich."

Trump sieht Fortschritte bei Verhandlungen

US-Präsident Donald Trump hatte in Washington eine weitere Reduzierung der US-Truppen in Afghanistan angekündigt. Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus sagte er, die Gespräche mit den Taliban liefen gut. "Wir kommen gut zurecht mit den Taliban. Die sind hart und sehr schlau, aber 19 Jahre ist eine lange Zeit und auch die Taliban sind langsam kriegsmüde", so Trump.

Man habe gute Verhandlungen geführt und in Kürze sollen die Truppen in Afghanistan auf unter 4000 reduziert werden. Bevor sie ganz abgezogen werden könnten, müsse aber noch einiges passieren.

Vor einer Woche war in Doha der sogenannte innerafghanische Dialog feierlich eröffnet worden. Doch die Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Delegation kommen nicht so richtig in Gang. Bei den ersten Treffen, so hieß es, habe man sich noch nicht mal auf den Verlauf und die Eckpunkte der Gespräche einigen können.

Bald weniger als 4.000 US-Soldaten
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
20.09.2020 06:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. September 2020 um 12:33 Uhr.

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