Jemen Rebellen zweigen Milliarden für Krieg ab

Stand: 27.01.2021 03:59 Uhr

Seit Jahren herrscht im Jemen Bürgerkrieg. Der Bevölkerung droht eine Hungersnot. Ein vertraulicher UN-Bericht zeigt nun, dass Milliarden US-Dollar abgezweigt wurden, die unter anderem der Grundversorgung dienen sollten.

Jemens Huthi-Rebellen haben einem vertraulichen UN-Bericht zufolge eine Milliardensumme an Staatsgeldern für ihren Kampf im Bürgerkrieg abgezweigt.

Mindestens 1,8 Milliarden US-Dollar umgeleitet

"Das Gremium schätzt, dass die Huthis 2019 mindestens 1,8 Milliarden US-Dollar umgeleitet haben, die ursprünglich dazu bestimmt waren, die Kassen der Regierung des Jemens zu füllen", heißt es laut Nachrichtenagentur dpa in einem Bericht eines UN-Expertengremiums, der für den Sicherheitsrat bestimmt ist. Weiter heißt es, dass von den 1,8 Milliarden Dollar eigentlich Gehälter und die Grundversorgung der Bürger hätten bezahlt werden sollen.

Zudem erschwerten Korruption und Geldwäsche der offiziellen Regierung des Jemens den Zugang der Bevölkerung zu dringend benötigten Nahrungsmitteln, berichtet das Gremium weiter. Die von Saudi-Arabien unterstützte Führung beeinträchtige damit "den Zugang der Jemeniten zu angemessenen Nahrungsmitteln". In einem Fall seien Gelder der jemenitischen Zentralbank im Wert von 423 Millionen US-Dollar auf Kosten der Bevölkerung an private Unternehmen geflossen.

UN: Jemen steht kurz vor Hungersnot

Vertreter der Vereinten Nationen hatten zuletzt immer wieder davor gewarnt, dass der Jemen kurz vor einer Hungersnot stehe, die Hunderttausende Menschen töten könnte. Erschwert wurde die Situation demnach mit der Entscheidung der früheren US-Regierung unter Donald Trump, die Huthis auf ihre Terrorliste zu setzen. Dadurch könnten Nahrungsmittel-Importeure von der Lieferungen in das Land auf der arabischen Halbinsel abgehalten werden. Bislang hat die neue Biden-Regierung in Washington die Maßnahme noch nicht zurückgenommen.

Im Jemen kämpft ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung gegen die Huthis, die vom Iran unterstützt werden. Im Norden und Westen beherrschen sie so gut wie alle Bereiche des täglichen Lebens.

Darstellung: