Seilbahnen am Ifen im Kleinwalsertal | Bildquelle: picture alliance / Karl-Josef Hi

Aktion der Alpenvereine Gegen den "Wettlauf um die Poleposition"

Stand: 04.12.2018 18:08 Uhr

270 Kilometer Piste in Saalbach, 305 am Arlberg - der Trend geht zu Riesen-Skigebieten. In einer Aktion warnen drei Alpenvereine vor einem "Wettlauf um die Poleposition" - und verweisen auf ein Positivbeispiel aus Bayern.

Mit einer länderübergreifenden Kampagne unter dem Hashtag "#UnsereAlpen" wollen die Alpenvereine Deutschland, Österreich und Südtirol auf die Bedrohung des Natur- und Kulturraums Alpen aufmerksam machen. "Die Alpen haben einen unschätzbaren ökologischen, ökonomischen und sozialen Wert", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Verbände.

Sie seien nicht nur durch neue Skigebiete bedroht, sondern auch in puncto Verkehr und Wasserkraft beansprucht. Der Klimawandel verschärfe die Situation zudem. "Es ist deshalb eine der großen europäischen Fragen, wie die Alpen intakt bleiben können."

"Die Betreiber erweitern, solange es noch geht"

Aktueller Aufhänger für die Kampagne sind Pläne zum Zusammenschluss oder Ausbau bestehender Skigebiete. Dass Skigebiete komplett neu erschlossen werden, gibt es in den Alpen nicht mehr. Da die Größe eine Skigebiets für viele Urlauber aber ein wichtiger Faktor ist, gibt es eine Reihe von Plänen, bestehende Skigebiete miteinander zu verbinden - etwa im Pitz- und Ötztal in Tirol.

Derzeit finde hier ein "Wettlauf um die Poleposition statt: Die Betreiber erweitern, solange es noch geht", warnen die drei Alpenvereine. Wenn der Klimawandel fortschreite, der Kampf um Schneesicherheit immer aufwendiger und Skifahren immer teurer werde, überlebten dem Kalkül nach nur Skigebiete, die einer schrumpfenden, aber exklusiven Kundschaft das Beste und Größte bieten können.

Dabei zeige etwa das Beispiel Riedberger Horn, "dass es in der Bevölkerung keinen Rückhalt mehr gibt für ein touristisches 'Weiter-So'". Im Allgäu hatte es lange Streit um einen Zusammenschluss von zwei Skigebieten am Riedberger Horn gegeben. Die bayerische Staatsregierung hatte das Vorhaben zunächst teilweise unterstützt, die Pläne wurden aber schließlich auf Eis gelegt.

Über dieses Thema berichtete der BR in der Rundschau am 04. Dezember 2018 um 18:30 Uhr.

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