Rettungsschiff Alan Kurdi fährt im Mittelmeer | Bildquelle: SEA-EYE

Rettungsschiff "Alan Kurdi" Malta lässt Migranten an Land

Stand: 03.08.2019 22:37 Uhr

Die Irrfahrt des Rettungsschiffs "Alan Kurdi" hat ein Ende: Malta wird die 40 geretteten Migranten an Bord aufnehmen. Von dort aus sollen sie auf andere EU-Staaten verteilt werden.

Malta wird die 40 Migranten vom Rettungsschiff "Alan Kurdi" aufnehmen, bis die Menschen auf andere EU-Staaten verteilt werden. Das kündigte Regierungschef Joseph Muscat auf Twitter an. Die deutsche Regierung und die EU-Kommission hätten die Verteilung aller Personen auf die Mitgliedsstaaten vereinbart.

Details zu den Aufnahmeländern nannte er nicht. Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye hatte Malta aufgerufen, das Rettungsschiff anlegen zu lassen. Nachdem Italien die Einfahrt verboten hatte, nahm das Schiff Kurs auf Malta und lag dort etwa 45 Kilometer vor der Küste.

Weiteres Schiff noch ohne Einfahrterlaubnis

Derweil wartet auch die spanische Organisation Proactiva Open Arms mit ihrem Rettungsschiff und mehr als 120 Menschen an Bord auf einen sicheren Hafen. Die italienische Küstenwache hatte zwei Schwangere in Sicherheit gebracht. Die im neunten und achten Monat schwangeren Frauen seien abgeholt worden, teilte der Chef der Organisation, Oscar Camps, auf Twitter mit. Bei einer Frau hatten bereits Wehen eingesetzt, wie Proactiva zuvor erklärt hatte.

Umgang mit Flüchtlingen

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in Rom für gemeinsame Lösungen der Mitgliedsländer im Umgang mit Flüchtlingen geworben. Bei einer Begegnung mit dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte forderte sie einen neuen Pakt für Migration und Asyl und sprach sich für eine neue Art und Weise der Lastenverteilung innerhalb der EU aus.

Bei der Aufteilung der Lasten im Umgang mit Flüchtlingen gebe es keine einfachen Lösungen, sagte sie unter Hinweis auf Italien, Spanien und Griechenland. Dort kommen die meisten über das Mittelmeer nach Europa drängenden Flüchtlinge an. Aufgrund der Dublin-Verordnung müssen Asylanträge in dem Land gestellt werden, indem Bewerber erstmals die EU betreten.

Von der Leyen forderte Solidarität mit den europäischen Mittelmeeranrainern.

Migranten von "Alan Kurdi" dürfen in Malta an Land
Lisa Weiß, ARD Rom
03.08.2019 22:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 04. August 2019 die tagesschau um 04:38 Uhr und MDR Aktuell um 06:08 Uhr.

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