Ein teils eingestürztes Haus in der westalbanischen Stadt Thumane. | Bildquelle: dpa

Nach Erdbeben in Albanien Ermittlungen wegen möglicher Baumängel

Stand: 15.12.2019 01:50 Uhr

Die Auswirkungen des Erdbebens Ende November in Albanien beschäftigen nun auch die Justiz: Es besteht der Verdacht, dass in der Küstenstadt Durrës Baumängel zum Einsturz mehrerer Häuser geführt haben könnten.

Rund zweieinhalb Wochen nach dem schweren Erdbeben in Albanien nimmt die Justiz Behörden und Bauunternehmen wegen möglicher Verstöße gegen Bauvorschriften ins Visier. Bei dem Beben Ende November waren mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.

Die Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, insgesamt werde gegen 17 Verdächtige wegen des Verdachts auf Verstöße gegen Vorschriften ermittelt. Neun von ihnen seien bereits festgenommen worden, nach den restlichen Verdächtigen werde gefahndet.

Führten Baumängel zum Einsturz von Häusern?

Laut Polizeiangaben konzentrieren sich die möglichen Verstöße auf die Küstenstadt Durrës. Als das Beben den Ort am 26. November traf, stürzten mehrere Gebäude ein. Dadurch seien 23 Menschen ums Leben gekommen. Nun vermuten die Ermittler, dass auch Baumängel zu den Einstürzen geführt haben könnten.

Hunderte Verletzte, Tausende wurden obdachlos

Das Beben der Stärke 6,4 war das verheerendste seit Jahrzehnten in dem armen Balkanstaat. Durrës und der nördlich der Hauptstadt Tirana gelegene Ort Thumane waren am schwersten betroffen. Mehr als 600 Menschen wurden verletzt, Tausende wurden durch das Unglück obdachlos.

Die EU hatte Albanien 15 Millionen Euro an Soforthilfen aus dem Nachbarschaftsfonds der Staatengemeinschaft zugesagt. Albanien ist zwar kein EU-Mitglied, hofft aber auf den Beginn von Beitrittsgesprächen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Dezember 2019 um 08:00 Uhr.

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