Briefumschlag von Albert Einstein an Sohn Hans Albert | Bildquelle: Hebrew University Jerusalem

Bislang unveröffentlichte Dokumente Briefe zeigen Einsteins private Seite

Stand: 06.03.2019 13:30 Uhr

Mit der Relativitätstheorie wurde Albert Einstein weltberühmt. Bislang unveröffentlichte Briefe geben Einblicke in seine Arbeitsweise - und zeigen ihn auch als Privatmenschen.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

"Princeton, 11. Januar 1935. Ich bin so sehr unter den Klauen des mathematischen Teufels, dass ich zu gar keiner privaten Schreiberei komme. Mir geht es recht gut und ich lebe arbeitsam und zurückgezogen. Nach Europa komme ich wohl nicht in absehbarer Zeit, weil ich den mich dort erwartenden Strapazen wohl nicht gewachsen wäre. Und schließlich hat man als alter Knabe ein Recht, sich zurückzuziehen."

Bei diesem Zitat handelt es sich um Auszüge aus einem Brief von Albert Einstein an seinen Sohn. Zwei Jahre zuvor hatten die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernommen. Der jüdische Wissenschaftler Einstein lebte und forschte in der Universitätsstadt Princeton in den USA.

110 bisher weitgehend unbekannte Briefe und Aufzeichnungen des Physikers präsentiert die Hebräische Universität in Jerusalem. Sie zeigen Berechnungen Einsteins in akribisch sauberer Handschrift, aber auch persönliche Briefe, die Einblicke in das Privatleben des Physikers gewähren.

Hebräische Universität in Jerusalem veröffentlicht Briefe und Notizen von Albert Einstein
tagesschau 20:00 Uhr, 06.03.2019, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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"Große Sammlung von bedeutenden Werken"

Der Israeli Hanoch Gutfreund ist wie Einstein Professor für theoretische Physik. Er ist der akademische Direktor des Einstein-Archivs der Hebräischen Universität: "Wir haben eine große Sammlung von bedeutenden Werken erhalten. Das ist für uns etwas ganz Großes. Ein Grund zum Feiern. Es war Einsteins Wille, dass sein intellektuelles Erbe an der Hebräischen Universität eine ewige Heimat findet."

80.000 Dokumente lagerten bereits auf dem Scopusberg in Jerusalem. Die neuen Seiten erhielt die Hebräische Universität von einem Sammler in den USA.

Manche wissenschaftliche Aufzeichnungen stellen die Forscher in Jerusalem noch vor Rätsel. Wann hatte sie Einstein geschrieben? In welchem wissenschaftlichen Kontext?

Brief von Albert Einstein an Sohn Hans Albert | Bildquelle: Hebrew University Jerusalem
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Brief von Albert Einstein an Sohn Hans Albert

Sorge wegen Nationalsozialisten

Der Kontext der privaten Briefe ist klarer. In seinem 1935 verfassten Brief an seinem Sohn, der in der Schweiz lebte, schreibt Albert Einstein auch über die Nationalsozialisten:

"Ich lese mit einer gewissen Besorgung, dass in der Schweiz auch eine erhebliche Bewegung durch die deutschen Banditen ist. Hoffentlich kommt es nicht noch zu einem europäischen Kriege. Die deutschen Rüstungen müssen äußerst gefährlich sein, aber das übrige Europa fängt nun an, die Sache endlich ernst zu nehmen."

Einstein hoffte vier Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkrieges noch, dass die Nationalsozialisten mit ihrem Wahnsinn scheitern würden. Kurz zuvor hatten ihn die Nazis ausgebürgert. In seine frühere Heimat Deutschland kehrte Einstein nie wieder zurück, auch nicht nach dem Krieg.

Verbindung zum Judentum wuchs

Albert Einstein war nie ein strenggläubiger Jude. Die Verbindung zum Judentum wuchs jedoch im Laufe seines Lebens. In den 1920er-Jahren half er bei der Gründung der Hebräischen Universität in Jerusalem. "Ein Biograf hat das Judentum als zweite Verpflichtung von Einstein beschrieben, neben der Physik", sagt Hanoch Gutfreund vom Einstein-Archiv. "Die deutlichste Verbindung zum Judentum ist die Hebräische Universität. Für ihn war sie ein Raum für seine jüdischen Werte in modernen Zeiten."

Hebräisch lernen - das war für Albert Einstein aber keine Option. Im Brief an einen Freund schreibt er, dass er sich lieber dafür schäme, als dass er die Sprache lerne. Albert Einstein war viel mehr als nur ein theoretischer Physiker. So sieht es Hanoch Gutfreund. "The letters really reflect him as a Mensch", sagt er. Das Wort "Mensch" gibt es auch in der jiddischen Sprache. Albert Einsteins Briefe zeigten ihn als einen guten Menschen, sagt der israelische Physikprofessor. Den Brief an seinen Sohn unterzeichnete Albert Einstein mit: "Papa".

Die unbekannten Werke von Albert Einstein
Benjamin Hammer, ARD Tel Aviv
06.03.2019 12:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. März 2019 um 14:00 Uhr.

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