Buzz Aldrin | Bildquelle: Porter Binks/EPA-EFE/REX

90. Geburtstag von Buzz Aldrin Der ewige Zweite Mann

Stand: 20.01.2020 05:30 Uhr

Er war Teil der ersten bemannten Mondmission, inspirierte eine Generation. Buzz Aldrin blieb auch von Rückschlägen nicht verschont. Nun feiert er seinen 90. Geburtstag.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Wie oft musste Buzz Aldrin von dieser Reise erzählen, die für immer mit seinem Namen verbunden ist. Dieser Flug zum Mond im Juli 1969 mit Apollo 11. Aber Aldrin ist eben auch für immer der "zweite Mann auf dem Mond", der Mann, der 19 Minuten nach Neil Armstrong die Leiter herunter kam. Der Mann, für dessen erste Worte sich niemand mehr interessierte.

"Man soll sich daran erinnern, dass ich auf der ersten Mondmission war, nicht der zweite Mann auf dem Mond. Mir ist das egal. Das ärgert allerdings meinen Vater schrecklich. Er will immer nur das Beste von seinem Nachkommen", so Aldrin einmal.

Und doch sei er furchtbar enttäuscht gewesen, als die NASA sich für Armstrong entschied.

Der Astronaut Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 (MEZ) auf dem Mond. | Bildquelle: AP
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Buzz Aldrin auf dem Mond.

Ingenieur, Kampfpilot, Astronaut

Buzz Aldrin, der mit Vornamen eigentlich Edwin heißt, wurde 1930 in New Jersey geboren. "Buzz" prägte seine jüngere Schwester, die "brother", also Bruder, nicht aussprechen konnte.

Aldrin studierte Ingenieurwissenschaften an der Militärakademie, wurde Kampfpilot und diente in den 1950er-Jahren im Koreakrieg. Später Testpilot, dann Astronaut. Bei einem Flug mit Gemini 12 hatte er bereits 1966 fünf Stunden frei schwebend im All verbracht. Und dann die Mondlandung.

"Was hast Du da gedacht, was haben Armstrong und Du geredet?", wurde Aldrin in einem Interview gefragt. "Neil und ich sind nicht gerade gesprächig", antwortet Aldrin. "Ich sage, ich habe ihm auf die Schulter geschlagen, und er sagt, wir haben uns die Hand gegeben."Es gab keine Kamera, es bleibt für immer ungeklärt, was wirklich passierte.

Was bekannt wurde: Als gläubiger presbyterianischer Christ zelebrierte er die Kommunion auf dem Mond, sprach einen Vers aus dem Johannesevangelium.

Die Mannschaft von Apollo 11 vor dem ersten Flug zum Mond | Bildquelle: dpa
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Die Mannschaft von Apollo 11: Buzz Aldrin (r.) blieb der ewige Zweite, Michael Collins (Mitte) derjenige, der an Bord bleiben musste - Neil Armstrong (l.) nahm den Ruhm mit, als erster Mensch den Mond betreten zu haben.

Probleme, Alkohol, drei gescheiterte Ehen

Apollo 11 war aber auch die große Zäsur in Aldrins Karriere und Leben. Die eigentliche Herausforderung sei gewesen, wieder auf die Erde zurück zu kommen. Zurück ins normale Leben, hat er einmal geschrieben.

Mit dem Ende des Apollo Programms verließ er die NASA, ging zurück zur Luftwaffe. Dort bekam er aber nicht die Aufgaben, die er sich wünschte. Es gab Probleme mit Vorgesetzten. Aldrin musste wegen Depressionen behandelt werden, wurde alkoholkrank. Drei Ehen scheiterten.

Nach der Pensionierung gründete Aldrin ein Unternehmen für Raumfahrtprojekte, berechnete eine schnellere Flugbahn zum Mars, die nach ihm benannt ist. Auch arbeitete er seit Mitte der 1990er-Jahre an wiederverwertbaren Triebwerken.

"Die Erfahrung hat mich zu einem besseren Menschen gemacht"

Sein Leben blieb aber auch voller Probleme und Konflikte. 2018 versuchten seine Kinder vergeblich, ihn zu entmündigen. Er entwickle Alzheimer behaupteten sie, er lasse sich von falschen Freunden der Familie entfremden und verschwende sein Vermögen. Zu der Zeit trat er noch immer öffentlich auf und war in seinem Unternehmen aktiv. Als lebenslanger Unterstützer der Republikaner lud ihn Donald Trump als Ehrengast bei der Rede zur Lage der Nation.

War es gut zum Mond zu fliegen, wurde er einmal gefragt. Seine Antwort: "Die Erfahrung hat mich zu einem besseren Menschen gemacht." Jetzt ist er 90 Jahre alt und fit. Im vergangenen Jahr mischte er sich auf dem Astronautischen Kongress in Washington immer wieder ein - und warb dafür, das All auch kommerziell zu nutzen.

Der ewige zweite Mann auf dem Mond - Buzz Aldrin wird 90 Jahre alt
Arthur Landwehr, ARD Washington
20.01.2020 05:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2020 um 05:44 Uhr.

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