Preisträger Davi Kopenawa hält bei der Verleihung in Stockholm den Right Livelihood Award in den Händen. | Bildquelle: via REUTERS

Alternativer Nobelpreis Für den Kampf für die Welt geehrt

Stand: 05.12.2019 09:17 Uhr

Umwelt, Heimat, Frauenrechte: Die vier Preisträger des diesjährigen Alternativen Nobelpreises kämpfen an unterschiedlichen Fronten für eine bessere Welt. Bei der Ehrung am Abend in Stockholm fehlte mit Greta Thunberg die wohl prominenteste.

Die Gewinner der diesjährigen Alternativen Nobelpreise sind in Stockholm mit einer feierlichen Zeremonie geehrt worden. Die Menschenrechtskämpferin Aminatou Haidar aus der Westsahara und der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa nahmen ihre Preise am Mittwochabend im Stockholmer Veranstaltungshaus Cirkus entgegen. Klimaaktivistin Greta Thunberg und die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei waren dagegen bei der Preisverleihung nicht persönlich anwesend.

Die Right Livelihood Stiftung hatte die im September verkündeten Preisträger als "vier praktische Visionäre" bezeichnet, "deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen". Die innovative Arbeit, die die Preisträger und Preisträgerinnen jeden Tag verrichten, zeige, dass globale Probleme lösbar seien, erklärte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll vor der Verleihung. "Die Lösungen existieren - und jetzt müssen wir alle dafür sorgen, dass sie in die Realität übertragen werden. Darum geht es beim Right Livelihood Award."

Alternative Nobelpreise verliehen
tagesschau 09:00 Uhr, 05.12.2019, Christian Stichler, ARD Stockholm

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"Gandhi der Westsahara"

Haidar, die erste Preisträgerin der Westsahara überhaupt, kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung sowie für die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Deswegen wird sie auch "Gandhi der Westsahara" genannt. "Das ist in der Tat eine Anerkennung für den Kampf meines Volkes für Freiheit und Unabhängigkeit, aber auch ein Tribut an die Menschenwürde und die Prinzipien und Werte von Menschen und Völkern", sagte sie bei der Preisübergabe.

Preisträgerin Aminatou Haidar hält eine Rede bei der Verleihung des Right Livelihood Awards. | Bildquelle: dpa
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Aminatou Haidar kämpft für die Unabhängigkeit ihrer Heimat Westsahara.

Der brasilianische Schamane Kopenawa erhielt den Alternativen Nobelpreis gemeinsam mit der von ihm mitgegründeten Vereinigung "Hutukara Yanomami", mit der er für die Sicherung der Landrechte und Kultur der Ureinwohner, aber auch für den Schutz der Wälder und Artenvielfalt im Amazonasgebiet kämpft. "Ich bekomme diesen Preis, weil ich ein Verteidiger des Waldes bin", sagte Kopenawa in seiner Dankesrede. Er griff die brasilianische Regierung an, die seiner Aussage nach den Lebensraum der Yanomami bedrohe. "Goldgräber fallen in unser Land ein und zerstören es."

Guo fehlte in Stockholm

Guo zählt zu den renommiertesten Juristinnen Chinas und setzt sich für benachteiligte Frauen ein. Insbesondere kämpft sie gegen häusliche Gewalt sowie sexuelle Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz. Weshalb sie an der Preisverleihung in Stockholm nicht teilnahm, ist nicht bekannt.

Guo Jianmei | Bildquelle: dpa
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Guo Jianmei war bei der Preisverleihung in Stockholm nicht dabei.

Die junge Schwedin Thunberg ist weltweit zum Inbegriff der Forderungen der jungen Generation nach einer lebenswerten Welt geworden. Seit mehr als einem Jahr mobilisiert die Schülerin andere junge Menschen, sich für mehr Klimaschutz einzusetzen und hat mit ihrem Schulstreik für Klimaschutz die "Fridays for Future"-Bewegung initiiert. Unbeirrbar in ihrer Überzeugung nimmt Thunberg die Regierenden in die Pflicht - etwa bei Reden vor den UN.

Thunberg - die "Jeanne d'Arc des Klimas"

Thunberg befand sich nach ihrer Rückreise aus den USA noch in Lissabon, weshalb zwei Aktivistinnen von "Fridays for Future Schweden" die Ehrung für sie entgegennahmen. Thunberg selbst bedankte sich per Videobotschaft, nachdem sie der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, als "Jeanne d'Arc des Klimas" angekündigt hatte. Der Preis sei eine große Ehre, sagte Thunberg im Anschluss per Video aus Lissabon. "Das bedeutet eine Menge. Und ja, wir werden weiter kämpfen. Wir werden niemals stoppen."

Klimaaktivistin Greta Thunberg bei ihrer Ankunft in Lissabon | Bildquelle: dpa
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Greta Thunberg bedankte sich per Videobotschaft für die Auszeichnung.

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 und damit diesmal zum 40. Mal vergeben. Der spendenfinanzierte Preis steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Das Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (rund 95.000 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten gedacht.

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Die Geschichte des alternativen Nobelpreises

Viele Frauen, einige Deutsche, ambitionierte Projekte - der "Right Livelihood Award"

Greta Thunberg

Der Alternative Nobelpreis geht in diesem Jahr unter anderen an die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Als sie sich am 20. August 2018 mutterseelenallein vor das schwedische Parlament setzte, um für das Klima zu streiken, kannte noch fast niemand das junge Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen. Heute ist die 16-jährige Greta Thunberg weltberühmt. Zur Verleihung ist sie nicht erschienen, denn sie ist in Madrid bei der Weltklimakonferenz. | Bildquelle: picture alliance / DN

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Dezember 2019 um 09:00 Uhr.

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