Biden und Harris verurteilen Rassismus "Schweigen macht uns zu Komplizen"

Stand: 20.03.2021 02:03 Uhr

US-Präsident Biden und Vizepräsidentin Harris haben das Attentat in Atlanta in einer Rede gegen Hass und Rassismus scharf verurteilt. Indirekt machten sie Ex-Präsident Trump für zunehmende Gewalt gegen asiatischstämmige Amerikaner mitverantwortlich.

Nach den tödlichen Angriffen auf mehrere asiatische Massagesalons im Großraum Atlanta haben US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris Hass und Rassismus aufs Schärfste verurteilt. "Wir müssen unsere Herzen wandeln. Hass darf in Amerika keinen sicheren Hafen haben. Es muss aufhören", appellierte Biden bei einem Besuch in Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia.

Der Demokrat forderte zudem dazu auf, Diskriminierung und Rassismus nicht unwidersprochen zu lassen und damit zu tolerieren. "Weil unser Schweigen uns zu Komplizen macht. Wir dürfen keine Komplizen sein", betonte Biden. Rassismus sei ein "hässliches Gift", das es in den Vereinigten Staaten schon zu lange gebe.

Harris: "Rassismus ist in Amerika eine Tatsache"

Biden und Harris, deren Mutter einst aus Indien in die USA eingewandert war, trafen sich in Atlanta mit Vertretern der asiatischstämmigen Gemeinschaft. "Rassismus ist in Amerika eine Tatsache und ist es immer gewesen", sagte Harris. "Fremdenfeindlichkeit ist in Amerika eine Tatsache und ist es immer gewesen, genauso wie Sexismus." Alle Menschen müssten als Amerikaner wahrgenommen werden, und nicht als Mitglieder einer bestimmten Gruppe, forderte sie. "Jemandem Unrecht zu tun bedeutet, uns allen Unrecht zu tun."

Die tödliche Angriffsserie in Georgia hatte einen Schock ausgelöst und in den USA die Debatte über zunehmende Diskriminierung asiatischstämmiger Amerikaner neu entfacht. Nachdem Ex-Präsident Donald Trump das Coronavirus häufig als "China-Virus" bezeichnet hatte, berichteten viele asiatischstämmige US-Bürger, dass sie vermehrt Anfeindungen und Gewalt ausgesetzt waren. Indirekt machten Biden und Harris den abgewählten Präsidenten daher für antiasiatische Stimmungen mitverantwortlich. "Im letzten Jahr haben wir Personen in Positionen unglaublicher Macht gehabt, die asiatische Amerikaner zu Sündenböcken machten" und "diese Art Hass" verbreitet hätten, sagte Harris. Biden erklärte seine Unterstützung für ein "Covid-19-Hassverbrechen-Gesetz", das die asiatisch-amerikanische Bevölkerung schützen soll.

Tatmotiv des Attentäters noch unklar

Am Dienstag waren in drei Massagesalons in und um Atlanta innerhalb kurzer Zeit acht Menschen erschossen worden. Sechs der acht Todesopfer waren asiatischen Ursprungs, sieben Opfer waren Frauen. Ein Mann überlebte schwer verletzt. Ein 21-jähriger Weißer gestand die Taten. Er gab der Polizei zufolge an, er habe nicht aus rassistischen Motiven gehandelt. Als Antrieb für die brutalen Angriffe nannte er demnach Sexsucht und das Ziel, die "Versuchung" durch Massagesalons ausmerzen zu wollen. Die Polizei betonte am Mittwoch jedoch, es sei zu früh, um klare Aussagen über das Tatmotiv zu treffen und darüber, ob es sich um ein Hassverbrechen handele. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Festgenommenen Mord und schwere Körperverletzung vor.

Viele Fragen offen nach Morden in Atlanta
Katrin Brand, ARD Washington
20.03.2021 14:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. März 2021 um 06:06 Uhr.

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