Das Homeland-Security-Ministerium der USA | Bildquelle: AP

Attacke aus dem Ausland US-Regierung bestätigt Hackerangriffe

Stand: 14.12.2020 15:40 Uhr

Mehrere Bundesbehörden in den USA sind über Monate hinweg von ausländischen Hackern angegriffen worden. Das Weiße Haus bestätigte entsprechende Medienberichte. Eine Spur führt offenbar nach Russland.

In den USA sind mehrere Bundesbehörden Ziel einer groß angelegten, offenbar monatelang andauernden Cyberattacke ausländischer Hacker geworden. Die Regierung bestätigte Medienberichte, wonach mindestens zwei Institutionen angegriffen wurden. Die Attacken zielten den Berichten zufolge auf das US-Finanzministerium sowie die Telekommunikationsbehörde NTIA und sollen von Hackern mit Verbindung zu Russland verübt worden sein. Moskau bestritt jede Beteiligung. 

Der derzeitige Chef der US-Cybersicherheitsbehörde CISA, Brandon Wales, rief alle Bundesbehörden auf, von der Nutzung einer Software des IT-Konzerns SolarWinds abzusehen, die gehackt worden sei. "Wir fordern alle unsere Partner im öffentlichen und privaten Sektor auf, ihre Gefährdung durch diese Kompromittierung zu bewerten und ihre Netzwerke zu sichern", sagte Wales. Weitere Einzelheiten zu den Drahtziehern oder dem Ausmaß der Angriffe nannte er nicht. 

"Wahrscheinlich von einem fremden Staat ausgeführt"

Das IT-Unternehmen SolarWinds hatte am Wochenende eingeräumt, dass Hacker eine Hintertür in einem Update seiner zwischen März und Juni veröffentlichten Software ausgenutzt hätten. "Wir wurden darauf hingewiesen, dass diese Attacke wahrscheinlich von einem fremden Staat ausgeführt wurde und ein extrem gezielter und manuell ausgeführter Angriff war, im Gegensatz zu einem breiten, systemweiten Angriff", erklärte das Unternehmen auf seiner Website.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus, John Ullyot, sagte, die US-Regierung unternehme alles, "um mögliche Probleme zu identifizieren und zu lösen". Wie die "Washington Post" berichtet, soll die russische Regierung die Attacken gesteuert haben. Demnach tragen sie die Handschrift früherer Angriffe aus Russland. Mehreren Berichten zufolge hatten die Hacker teilweise über Monate Zugriff auf den internen Mailverkehr des Finanzministeriums und der NTIA.

Zusammenhang mit Sicherheitsunternehmen FireEye?

Erst am Dienstag hatte die IT-Sicherheitsfirma FireEye, zu deren Kunden auch die US-Regierung zählt, zugegeben, selbst Opfer eines komplexen Hackerangriffs geworden zu sein. Das Vorgehen der Täter wies nach Angaben des Unternehmens auf einen staatlich organisierten Angriff hin. Die Hacker hätten es auf Informationen zu Regierungskunden sowie auf Diagnose-Anwendungen der Firma abgesehen. FireEye hatte in der Vergangenheit eine Reihe von Angriffen von nordkoreanischen Hackern auf Banken entdeckt sowie gezielte Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran enttarnt.

Das Unternehmen Microsoft warnte unterdessen seine Nutzer vor einer ausgeklügelten Kampagne, die auf "hochrangige Ziele" in den Bereichen Regierung und Cybersicherheit abziele. Die Angriffe würden als "staatliche Aktivitäten in erheblichem Umfang" eingeschätzt.

Berichte über Ermittlungen gegen Hacker-Gruppe

US-Medien berichten, dass die Bundespolizei FBI gegen eine Gruppe ermittele, die für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR arbeite. Die Gruppe soll auch während der Amtszeit von Präsident Barack Obama US-Regierungsstellen gehackt haben.

Die russische Botschaft in den USA bezeichnete die Vorwürfe in den US-Medien als "unbegründet". "Bösartige Aktivitäten im Informationsraum stehen im Widerspruch zu den Prinzipien der russischen Außenpolitik, den nationalen Interessen und unserer Auffassung von den Beziehungen zwischen den Staaten", hieß es. Russland führe "keine offensiven Operationen im Internet" durch.

US-Admin bestätigt: Netzwerke von Ministerien sind gehackt worden
Torsten Teichmann, ARD Washington
14.12.2020 07:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2020 um 07:44 Uhr.

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