Sandra Lindsay wurde als erster Mensch in den USA gegen das Coronavirus geimpft. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Erste Impfungen in den USA

Stand: 14.12.2020 18:11 Uhr

Als erster Mensch in den USA ist eine New Yorker Krankenschwester gegen das Coronavirus geimpft worden. Damit hat nach der Notfallzulassung für Biontech und Pfizer die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes begonnen.

In den Vereinigten Staaten haben nach einer Notfallzulassung die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Als erste Person im Land wurde die New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay mit dem Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer geimpft. Die Spritze habe sich "nicht anders angefühlt als irgendeine andere Impfung", sagte sie anschließend. "Ich fühle mich großartig. Ich fühle mich erleichtert."

Der Fernsehsender CNN übertrug die Bilder live im Fernsehen. "Ich möchte öffentlich Vertrauen schaffen, dass die Impfung sicher ist", sagte Lindsay, die auf der Intensivstation des Long Island Jewish Medical Center im Stadtteil Queens arbeitet. "Wir erleben eine Pandemie, wir müssen alle unseren Teil beitragen. Ich möchte jeden ermutigen, sich impfen zu lassen."

"Licht am Ende des Tunnels"

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo, der der Impfung per Videokonferenz beiwohnte, sprach von "Licht am Ende des Tunnels". Er warnte zugleich, dass es sich noch um einen "langen Tunnel" handle: "Es wird Monate dauern, bis bei den Impfungen eine kritische Masse erreicht wird."

Nur wenige Minuten nach Lindsays Impfung meldete sich auch US-Präsident Donald Trump bei Twitter zur Wort: "Erster Impfstoff verabreicht. Glückwunsch USA! Glückwunsch WELT!"

Notfallzulassung am Freitag

Die Vereinigten Staaten erleben aktuell erneut eine verheerende Welle der Pandemie mit Höchstwerten bei Infizierten, Erkrankten in Krankenhäusern und Todesopfern. Viele Krankenhäuser berichten von überlasteten Notaufnahmen und fehlenden Pflegekräften für die ständig steigenden Zahlen an Infizierten.

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer hatte am Freitag von der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallgenehmigung erhalten. Es ist damit die bislang erste in den USA verfügbare Covid-19-Impfung. Vor allem Pflegepersonal und ältere Menschen sollen unter den ersten Empfängern sein. Es handelt sich um die größte Impfkampagne in der Geschichte des Landes, laut CNN sollten in allen Bundesstaaten heute Impfungen anlaufen. 

Auch in Kanada starten heute die Impfungen. Dort machen die Provinzen Quebec and Ontario den Anfang. Hier sollen ebenfalls erst die am stärksten gefährdeten Personen geimpft werden, einschließlich älterer Menschen in Langzeitpflegeeinrichtungen und Beschäftigte im Gesundheitswesen.

EU-Entscheidung spätestens am 29. Dezember

Pfizer und Biontech haben auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung des Corona-Impfstoffs beantragt. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke. "Die europäischen Bürger haben uns gesagt, dass sie eine schnelle Zustimmung wollen, aber viel wichtiger, sie wollen eine gründliche Überprüfung von Nutzen und Risiken des Impfstoffes, so dass sie überzeugt sind, es ist sicher, wirksam und von hoher Qualität."

Im Gegensatz zu den USA, Kanada und Großbritannien erteilt die EU keine Notzulassung. Die bedingte Marktzulassung stelle sicher, dass die Covid-19-Impfstoffe die EU-Standards für alle Impfstoffe und Arzneimittel erfüllten, so die EMA-Chefin.

Kanada startet mit Corona-Impfungen
Antje Passenheim, ARD New York
14.12.2020 21:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Dezember 2020 um 16:57 Uhr.

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