Trump bei Treffen Konservativer  "Er ist immer noch unser Anführer"

Stand: 28.02.2021 05:37 Uhr

Seit Bidens Amtsantritt hielt sich Ex-Präsident Trump weitgehend von der Öffentlichkeit fern. Beim Jahrestreffen der US-Konservativen will er zurück ins Rampenlicht. Der Applaus dürfte ihm dort sicher sein.

Von Jule Käppel, ARD-Studio Washington, z.Zt. Orlando

Die Ultra-Konservativen wollen auf ihrem Jahrestreffen den Geist des amerikanischen Traums neu entfachen. In Orlando feiern sie ihn mit rot-weiß-blauen Hüten und Flaggen-Ansteckern. Ihr Held, Donald Trump, ist allgegenwärtig. Es gibt sogar eine goldene Statue von ihm. "Er ist immer noch unser Anführer. Wir lieben, bewundern und respektieren ihn", sagt eine leidenschaftliche Anhängerin. Sie ist überzeugt: Die Zeit mit Donald Trump ist noch nicht vorbei. Jetzt gilt es abzuwarten.

Die Konservativen sind unter sich und sie sind sich einig, dass die Wahl "gestohlen" wurde und es "keinen fairen Kampf mehr" gebe, weil Google, Facebook und Twitter den Diskurs beeinflussen, indem sie gezielt konservative Stimmen sperren würden.

Moral stärken und Geschlossenheit demonstrieren

Die Konferenz bringt den rechten Flügel der republikanischen Partei und ihre wertkonservativen Anhänger zusammen. Nach dem Machtverlust im Weißen Haus und im Kongress ist es ihnen diesmal besonders wichtig, jetzt die Moral zu stärken und Geschlossenheit zu demonstrieren. Streit hat hier keinen Platz. Kritische Stimmen innerhalb der republikanischen Partei werden als Außenseiter und schlechte Patrioten dargestellt.

Zweckoptimismus steht auf dem Programm und Kampfgeist. Viele sind sich einig, jetzt müssen die Konservativen nach vorn schauen und Amerika so bald wie möglich zurückgewinnen. "Wir wissen jetzt, wie sie uns die Wahl wegnehmen können und diese Information müssen wir nutzen, damit sie es in Zukunft nicht wieder tun", sagt Cliff Gebhart. Er ist der Inhaber eines Cafés, das mit "rechtem Kaffee für Amerika" wirbt, und lässt sich das alljährliche Familientreffen der Konservativen nicht entgehen.

Beim Treffen der Konservativen wird eine goldene Trump-Statue aufgestellt. | Bildquelle: AFP
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Schon vor Trumps Rede ein beliebtes Foto-Motiv: Eine goldene Statue des Ex-Präsidenten.

Redner nach Trumps Geschmack

Der Grundriss der Bühne hatte im Netz für Diskussionen gesorgt, weil darin eine Rune aus der Nazi-Zeit gesehen wird. Auf diese Plattform stellen sich politische Schwergewichte, die ganz nach Trumps Geschmack sind. Da ist zum Beispiel der Senator Josh Hawley aus Missouri. Er sei heute hier, gehe nirgendwohin und weiche nicht zurück, ruft Hawley.

Im rot-blau beleuchteten Saal bejubeln sie ihn für seine Standhaftigkeit und Loyalität. An einen praktischen Beweis dafür muss er die Leute hier eigentlich nicht erinnern, er tut es aber trotzdem: "Wisst ihr, am 6. Januar habe ich bei der Zertifizierung des Wahlergebnisses Einspruch eingelegt. Vielleicht habt ihr davon gehört", sagt der karrierebewusste Senator und die Antwort ist tosender Applaus. Einige reißt es sogar von den Stühlen.

Trumps Sohn macht Stimmung

Aber für entfesselte Euphorie sorgt bei dieser Veranstaltung am Ende nur Trump - der beste Präsident, den das Land je erlebt habe und deshalb wird sein Sohn Donald Jr. auf Händen getragen. Am Ende seiner Rede macht er Stimmung für seinen Vater. Es werde keine "energiearme Rede". Die Konservativen hoffen heute auf eine positive Botschaft von Trump, auf einen Plan, wie es mit der Bewegung weitergeht und mit ihrem Anführer. Sein Sohn verrät nur so viel: Die Rede werde Donald Trump und alle Gefühle zur "Make-America-Great-Again"-Bewegung als Zukunft der Republikanischen Partei verfestigen.

Jahrestreffen der Konservativen: Stimmung vor dem Trump-Auftritt
Jule Käppel, ARD Washington
28.02.2021 06:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 28. Februar 2021 die tagesschau um 04:57 Uhr und inforadio um 08:05 Uhr.

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