Nach Sturm auf US-Kapitol Weitere Festnahmen und hohe Sperrzäune

Stand: 10.01.2021 09:38 Uhr

Nach dem Sturm auf das US-Kapitol laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Sicherheitsmaßnahmen wurden verschärft. US-Präsident Trump will Stellung nehmen zu den Aufruhr-Vorwürfen. Seine Berater haben einen anderen Tipp.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Ermittler des FBI haben ihre Untersuchung erweitert, berichtet der Fernsehsender CBS. Es geht um die Frage, ob einige der Randalierer am Mittwoch mit der festen Absicht ins US-Kapitol eingedrungen waren, Abgeordnete zu verletzen oder sogar Geiseln zu nehmen.  

In Washington sind nach Weißem Haus und Kapitol nun auch rund um den Obersten Gerichtshof meterhohe Sperrzäune errichtet worden. Der frühere FBI-Direktor für Gefahrenabwehr, Frank Figliuzzi, sagte im Fernsehsender NBC, dass die Gefahr noch nicht gebannt sei: "Ich würde gern sagen, dass die Gefahr gebannt ist. Aber in Wahrheit bleibt die Gefahr bestehen und wir haben uns nur eine Verschnaufpause verschafft."

Ermittler suchen nach Urhebern der Rohrbomben

Bei der Untersuchung von zwei Rohrbomben bitten die Ermittler um Mithilfe bei der Suche nach den Urhebern. Die Sprengsätze konnten am Mittwoch vor den Parteizentralen von Republikanern und Demokraten in Washington noch rechtzeitig entschärft werden.

Anklagen gegen Angreifer auf das US-Parlament
tagesthemen 23:25 Uhr, 09.01.2021, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Mehrere Festnahmen

Andere Verdächtige lassen sich offenbar relativ leicht identifizieren, über Livestreams von den Ausschreitungen und zahllose Bilder in sozialen Medien.

So haben die Strafverfolgungsbehörden in Florida gestern Adam Johnson festgenommen. Johnson war auf Bildern zu sehen, wie er das Rednerpult der Parlamentspräsidentin wegträgt. Jake Angeli, der mit Fellmütze und Stierhörnern am Rednerpult des Senats posiert hatte und zur rechtsextremen QAnon-Bewegung gezählt wird, ist in Arizona festgenommen worden. Ein lokaler Abgeordneter aus West Virginia, Derek Evans, hat sein Mandat niedergelegt und wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen. 

Den Verdächtigen wird unter anderem Aufruhr, Behinderung der Arbeit des Kongresses und Verschwörung vorgeworfen. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, verlangt außerdem Konsequenzen für Präsident Donald Trump.

Vorwurf: Aufruf zum Aufruhr

In einer Vorlage für ein weiteres Amtsenthebungsverfahren wird Präsident Trump vorgeworfen, er habe zum Aufruhr aufgerufen und die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährdet: "Die Person, die die Exekutive anführt, ist leider ein gestörter, verwirrter und gefährlicher Präsident der Vereinigten Staaten. Es sind nur noch ein paar Tage, bis wir vor ihm geschützt sind. Aber er hat etwas so Schwerwiegendes getan, dass er angeklagt werden sollte." Das gesamte Interview mit Pelosi läuft erst am Abend im Fernsehsender CBS.

Einige Republikaner, wie Senator Pat Toomey, verlangen ebenfalls Trumps Rückzug - aber er sei unsicher, ob ein Amtsenthebungsverfahren noch Erfolg habe: "Das Verhalten des Präsidenten in dieser Woche disqualifiziert ihn für seine Aufgabe. Aber es sind nur noch zehn Tage."

Berater empfehlen Trump Golfspiel in Florida

In zehn Tagen scheidet der Wahlverlierer Trump aus dem Amt aus. Der Republikaner Ben Sasse erklärt im Radiointerview, Mitarbeiter im Weißen Haus hätten berichtet, wie Trump den Sturm auf das Kapitol im Fernsehen verfolgt habe.

Trump sei verunsichert durchs Weiße Haus gelaufen, weil Mitarbeiter seines Teams weniger begeistert vom Lauf der Ereignisse waren als er. Trump überlege, ob er mit eine Reihe von Fernsehinterviews auf die Vorwürfe reagieren soll, schreibt die Internetseite "TheDailyBeast". Einige Berater hätten dagegen vorgeschlagen, er solle in der verbleibenden Zeit nur noch nach Florida reisen und Golf spielen.

Vizepräsident Pence kommt zu Bidens Vereidigung

US-Vizepräsident Mike Pence hat zugesagt, an der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar teilzunehmen. Biden erklärte, dass Pence bei seiner Vereidigung willkommen sei.

Pence, der lange loyal an der Seite Donald Trumps stand, hatte zuletzt mit dem scheidenden US-Präsidenten gebrochen und etwa Bidens Wahlsieg offiziell anerkannt - anders als Trump.

Trump hatte zuvor verlauten lassen, dass er nicht zur Amtseinführung Bidens kommen werde. Er bricht damit mit einer Tradition. Biden sagte, das sei eine gute Entscheidung Trumps.

FBI erweitert Untersuchungen und der Präsident plant Interviews
Torsten Teichmann, ARD Washington
10.01.2021 06:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. Januar 2021 um 09:58 Uhr.

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