Das Logo des Messenger-Dienstes WhatsApp auf einem binären Code. | Bildquelle: REUTERS

Nach Nutzer-Protesten WhatsApp verschiebt Datenschutz-Änderung

Stand: 15.01.2021 23:11 Uhr

Wer WhatsApp weiter nutzen will, sollte bis Anfang Februar den neuen Datenschutzregeln zustimmen. So lautete die Aufforderung. Nun wurde die Deadline auf Mitte Mai verschoben. Nutzer hatten sich beschwert und viele waren abgewandert.

Der Messengerdienst WhatsApp verschiebt seine angekündigte Einführung neuer Datenschutzregeln um gut drei Monate. Nach bisheriger Planung sollten alle Nutzer die neuen Bedingungen bis zum 8. Februar akzeptieren, wenn sie den zu Facebook gehörenden Chatdienst weiter nutzen wollen. Jetzt ist der 15. Mai als neue Deadline angekündigt. Offenbar haben heftige Nutzer-Proteste und eine starke Abwanderung zu Konkurrenten wie Telegram oder Signal zu der Entscheidung von WhatsApp geführt.

Es seien falsche Informationen über die neuen Datenschutzregeln verbreitet worden, die man bis Mitte Mai verstärkt ausräumen wolle. Laut WhatsApp geht es bei den Änderungen vor allem darum, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen. An der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, mit der Chat-Inhalte nur für die teilnehmenden Nutzer sichtbar sind, werde nicht gerüttelt. Es gehe auch nicht um eine erweiterte Datenweiterleitung an Facebook.

Die Konkurrenz legt kräftig zu

Außerhalb der EU fließen WhatsApp-Nutzerdaten bereits seit dem Jahr 2016 an Facebook - unter anderem zu Werbezwecken. Für die Europäische Union und Großbritannien gelten andere Richtlinien ohne eine Datenweitergabe. Mit mehr als zwei Milliarden Nutzern ist WhatsApp der weltweit am stärksten genutzte Messengerdienst.

Aber die Konkurrenz wächst - wohl nicht nur wegen der geplanten Datenschutzänderungen. Auch das schärfere Vorgehen gegen Extremisten und Verschwörungsmythen dürfte zur Abwanderung beigetragen haben. Telegram-Chef Pawel Durow erklärte am Mittwoch auf seiner Plattform, in der ersten Januarwoche habe Telegram die Marke von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern überschritten. "Danach wuchsen wir weiter: Allein in den letzten 72 Stunden kamen 25 Millionen neue Nutzer zu Telegram. Diese neuen Nutzer kamen aus der ganzen Welt." Das sei ein signifikanter Anstieg im Vergleich zum vergangenen Jahr, als sich täglich 1,5 Millionen neue Nutzer anmeldeten. Der Schweizer Messengeranbieter Threema teilte mit, seit der vergangenen Woche hätten sich die täglichen Download-Zahlen "vervielfacht".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. Januar 2021 um 13:54 Uhr in den Nachrichten.

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