Eine Polizeiabsperrung in der Umgebung des Amsterdamer Hauptbahnhofs am Freitag. | Bildquelle: AP

Ermittlungen in Amsterdam Messerattacke mit "terroristischem Motiv"

Stand: 01.09.2018 19:40 Uhr

Nach dem Messerangriff eines Afghanen im Hauptbahnhof von Amsterdam gehen die Ermittler von einem "terroristischen Motiv" aus. Bei der Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen wurden Datenträger sichergestellt.

Das Messerattentat vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof war nach Einschätzung der Ermittler ein Terroranschlag: Der mutmaßliche Täter "hatte ein terroristisches Motiv", gab die Stadtverwaltung bekannt. Sie seien aufgrund erster Aussagen des Verdächtigen bei der Polizei zu diesem Schluss gekommen. Weiter teilte die Stadt mit, dass auf Antrag der niederländischen Justizbehörden der deutsche Wohnsitz des Mannes durchsucht wurde. Dabei seien unter anderem mehrere Datenträger beschlagnahmt worden.

Bei dem Verdächtigen, der zwei US-Bürger schwer verletzt haben soll, handelt es sich um einen Afghanen mit deutscher Aufenthaltserlaubnis. "Wir wissen, dass die beiden Opfer zu Besuch in den Niederlanden waren", teilte der US-Botschafter mit. Er stehe im Kontakt mit den Opfern. Ein Sprecher der Polizei in Amsterdam bestätigte die Staatsangehörigkeit der beiden Opfer. Sie seien inzwischen ansprechbar.

Polizei schoss auf Angreifer

Der 19-Jährige war am Freitagmittag am Amsterdamer Hauptbahnhof mit dem Messer auf Passanten losgegangen. Die Polizei schoss daraufhin auf ihn und verletzte ihn. Die Schüsse lösten eine Panik unter den tausenden anwesenden Touristen und Pendlern aus. Der Messerangriff ereignete sich einen Tag nachdem die radikalislamischen afghanischen Taliban zu Angriffen auf niederländische Soldaten aufgerufen hatten.

Auch die deutschen Behörden ermitteln in dem Amsterdamer Fall, weil der Angreifer eine deutsche Aufenthaltserlaubnis hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 01. September 2018 um 19:00 Uhr.

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