Der Bahnhof von Amsterdam ist mit einem Polizeiband abgesperrt | Bildquelle: dpa

Angriff in Amsterdam Motiv war offenbar Beleidigung des Islam

Stand: 04.09.2018 00:49 Uhr

Nach dem Messerangriff im Amsterdamer Hauptbahnhof hat der Tatverdächtige Hinweise auf sein Motiv gegeben: Er sei der Ansicht gewesen, dass der Islam in den Niederlanden beleidigt werde, so die Ermittler.

Der mutmaßliche Messerstecher vom Amsterdamer Hauptbahnhof hat seine Tat nach Angaben der Ermittler mit der "Beleidigung" des Islams in den Niederlanden begründet.

Aus den Aussagen des 19-jährigen Afghanen gehe hervor, dass er glaube, der Prophet Mohammed, der Koran, der Islam und Allah seien in den Niederlanden wiederholt beschimpft worden, teilte die niederländische Staatsanwaltschaft mit. Der Verdächtige habe insbesondere den Rechtspopulisten Geert Wilders genannt, hieß es. Wilders ist bekannt für seine islamfeindlichen Aussagen.

Zuvor hatte ein Richter Untersuchungshaft für den Tatverdächtigen angeordnet. In zwei Wochen muss er erneut vor Gericht vorstellig werden. Bis dahin werde er unter den höchsten Sicherheitsvorkehrungen inhaftiert, teilte die Justiz mit. Das bedeutet, dass er nur seinen Anwalt sehen darf.

Nicht als Gefährder eingestuft

Dem jungen Asylsuchenden wird vorgeworfen, am vergangenen Freitag am Hauptbahnhof von Amsterdam wahllos zwei Touristen aus den USA niedergestochen und verletzt zu haben. Die Ermittler waren aufgrund erster Aussagen des Mannes zu dem Schluss gekommen, dass er aus terroristischen Beweggründen heraus gehandelt hatte. Dazu schrieb die Staatsanwaltschaft am Montag: "Aus den bisherigen Erklärungen des Verdächtigen wird klar, dass der Mann ein terroristisches Motiv hatte und dass er aus diesem Grund in die Niederlande gereist ist."

Laut Bundesinnenministerium ist der Tatverdächtige Asylbewerber in Deutschland. Sein Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Gegen einen ablehnenden Asylbescheid habe er geklagt, über die Klage sei noch nicht entschieden. Insofern habe er in Deutschland eine "Aufenthaltsgestattung". Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes war er in Deutschland nicht als Gefährder eingestuft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2018 um 05:44 Uhr.

Darstellung: