Der Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, präsentiert vermeintliche Trümmerteile des Angriffs auf die Ölanlagen. | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX

Nach Angriff auf Ölanlagen Für Riad war es "unzweifelhaft" der Iran

Stand: 18.09.2019 20:06 Uhr

Teile von Raketen und Drohnen liegen auf Tischen verteilt. Für Saudi-Arabien beweisen sie die iranische Schuld an den Attacken auf Ölanlagen. Inzwischen ist US-Außenminister Pompeo zu Beratungen nach Riad gereist.

Von Björn Blaschke, ARD-Studio Kairo

Brennende Ölanlagen, dicke Qualmwolken und steigende Ölpreise - Folgen der Angriffe auf die zwei Raffinerien in Saudi-Arabien am vergangenen Wochenende. Die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannten sich zu der Doppel-Attacke. Aber: Beweise dafür blieben sie schuldig. Für die US-Regierung ist das sicherlich ein weiteres Indiz für ihre Behauptung, dass in Wirklichkeit der Iran hinter den Attacken stecke, Saudi-Arabiens großer Konkurrent in der Region und Erzfeind der USA.

Das saudi-arabische Verteidigungsministerium hat nun das vorgelegt, was die Führung in Riad als Beweise für eine iranische Beteiligung an den Angriffen wertet. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, präsentierte Reste von Cruise-Missile-Raketen und Drohnen.

Der Sprecher des saudischen Verteidigungsministeriums, Turki al-Maliki, präsentiert vermeintliche Trümmerteile des Angriffs auf die Ölanlagen. | Bildquelle: STRINGER/EPA-EFE/REX
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"Die Attacken wurden von Norden aus geführt und unzweifelhaft vom Iran gefördert", sagte der Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums.

"Angriff kam aus dem Norden"

"Daten-Analysen zeigen, dass die Waffen iranischen Ursprungs sind", sagte al-Maliki. 43 Flugkörper insgesamt hätten die zwei Anlagen in Saudi-Arabien getroffen. Aus dem Jemen könnten die Angriffe nicht gekommen sein, auch wenn die aufständischen Huthis das behaupten, so der Sprecher.

Das übersteige nämlich die Kapazitäten der Huthis: Das Gebiet, das sie kontrollieren, sei viel zu weit entfernt für die Reichweite der Flugkörper. Außerdem zeige die Analyse, dass die Drohnen und Raketen aus einer anderen Richtung gekommen sein müssten: aus dem Norden - der Jemen aber liegt im Süden. "Die Angriffe kamen aus dem Norden. Sie können nicht aus dem Nichts gekommen sein. Wir arbeiten gerade daran, herauszufinden, wo exakt die Startpunkte liegen."

Im Norden von Saudi-Arabien liegen der Irak und der Iran. Ob eines der beiden Länder aber Startpunkt für die Angriffe war, das wollte al-Maliki nicht kommentieren. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Startpunkte gefunden werden. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen werden: "Wer auch immer die Drohnen oder die Cruise-Missiles gestartet hat, muss die Rechnung für den Angriff auf die saudi-arabische Infrastruktur und saudi-arabische Zivilisten zahlen."

US-Außenminister Pompeo mit saudi-arabischen Offiziellen | Bildquelle: AP
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US-Außenminister Pompeo verurteilte die Angriffe auf die Ölanlagen als "Kriegshandlung". "Das war eine iranische Attacke", sagte er. Der Angriff trage den "Fingerabdruck" von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei.

Pompeo berät sich mit Prinz Mohammed

Bereits zuvor hatte sich der saudi-arabische Botschafter in London zu möglichen Reaktionen seines Landes auf die Angriffe geäußert. Prinz Khalid bin Bandar sagte in der BBC, Riad wolle nichts überstürzen: "Wir versuchen, nicht zu schnell zu reagieren. Das Letzte, was wir in der Region brauchen, sind noch mehr Konflikte."

Die iranische Führung hat mehrmals bestritten, Drahtzieher der Angriffe zu sein. Eine Reaktion darauf, dass beispielsweise US-Außenminister Mike Pompeo den Iran für die Attacken verantwortlich gemacht hat. Pompeo ist inzwischen nach Saudi-Arabien gereist, um Kronprinz Mohammed Bin Salman in Riad zu treffen. Bei dem Gespräch soll es laut einer Erklärung des US-Außenministeriums um "die Koordinierung der Anstrengungen zur Erwiderung der iranischen Aggression" gehen.

US-Außenminister Pompeo verurteilt Angriffe auf die saudischen Ölanlagen
tagesschau 20:00 Uhr, 18.09.2019

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. September 2019 um 20:00 Uhr.

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