Sicherheitskräfte am Ort des Anschlags auf eine Zeitungsredaktion in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland | Bildquelle: AP

Fünf Tote in US-Redaktion Streit als Auslöser für Attacke?

Stand: 29.06.2018 07:49 Uhr

Bei einem Angriff auf die "Capital Gazette" in Annapolis bei Washington sind fünf Menschen getötet worden. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Er soll im Streit mit der Zeitung gestanden haben.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

Es ist früher Nachmittag in der Redaktion der "Capital Gazette" in Annapolis, als ein Mann mit einem Gewehr in das Büro der Lokalzeitung kommt und um sich schießt. Fünf Menschen sind tot, zwei verletzt. William Krampf von der Polizei in Arundel County sagt, sie seien überzeugt, dass es sich um einen gezielten Angriff gehandelt habe.

Nach nur 60 Sekunden war die Polizei in den Redaktionsräumen. "Wir haben einen weißen Mann, Ende 30 festgenommen. Unsere Ermittler befragen ihn gerade", erklärte Krampf anschließend. Der Festgenommene sei bewaffnet gewesen.

Phil Davis ist Polizeireporter bei der "Capitol Gazette". Er erklärte, dass er ständig über solche Dinge schreibe, aber man wisse nicht, wie man sich fühlt, bis man selbst in der Situation sei und sich hilflos fühle. Davis beschreibt auf CNN, was ihm durch den Kopf ging, als er sich unter seinem Schreibtisch versteckt hat: "Als ich gehört habe, wie er nachlädt, habe ich mich gefragt, ob wir alle sterben werden."

Angriff auf Zeitungsredaktion in Annapolis
tagesschau 12:00 Uhr, 29.06.2018, Marcel Müller, ARD Washington

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Drohungen gegen die Zeitungen

Über die sozialen Medien soll es Drohungen gegen die Zeitung gegeben haben. Der Verdächtige soll seit Längerem eine Auseinandersetzung mit der Zeitung gehabt haben. 2012 habe er wegen Rufschädigung geklagt. Die Klage wurde offenbar abgewiesen. Der Verdächtige hat zuerst durch die Glastür der Redaktion geschossen.

Sein Vorgehen legt nahe, dass er die Tat offenbar geplant hat, so Polizist Krampf: "Es gab Rauchbomben, die er in dem Gebäude verwendet hat. Diese Person war vorbereitet, da reinzugehen, jemanden zu erschießen. Sein Ziel war es, Schaden anzurichten."

Polizisten sprechen mit einem Mann vor dem Zeitungsgebäude. | Bildquelle: REUTERS
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Polizisten sprechen mit einem Mann vor der Zeitungsredaktion, während sich der Schütze im Inneren des Gebäudes aufhält.

Eine der ältesten Tageszeitungen der USA

Die "Capitol Gazette" ist eine der ältesten Tageszeitungen in den USA. Sie hat ihren Sitz in Annapolis, der Hauptstadt von Maryland, gut eine Stunde östlich von Washington.

US-Präsident Donald Trump twitterte, dass seine Gedanken und Gebete bei den Menschen seien, und er dankte den Ersthelfern für ihre Arbeit.

"Gebete sind nicht genug"

Die Reporter betonen im Gespräch mit CNN, dass sie keine Politik machen wollen. Sie sagen aber auch, Gebete seien nicht genug. "Ich habe gebetet, dass es nicht noch mehr Tote gibt", erzählt Polizeireporter Davis. "Wenn wir als Gesellschaft an einem Punkt sind, an dem wir nur Gebete anbieten können, wo sind wir dann als Gesellschaft? Menschen sterben und das ist das Ende der Geschichte."

In New York hat die Polizei nach der Tat Teams zu Medienorganisationen geschickt, um den Schutz zu verstärken. "Washington Post", "Los Angeles Times" und andere Redaktionen haben auch die Sicherheit in ihren Büros verstärkt.

Ein Reporter der "Capital Gazette" hat inzwischen getwittert, dass sie am heutigen Freitag eine "verdammte Zeitung auf den Markt bringen werden". Die Schlagzeile auf Seite eins sind dieses Mal die Reporter selbst.

Fünf Tote bei Angriff auf Redaktion in Annapolis
Martina Buttler, ARD Washington
29.06.2018 06:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 29. Juni 2018 Deutschlandfunk um 05:17 Uhr und die tagesschau um 07:30 Uhr.

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